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Illertissen

30.07.2019

Was Illertissens neuer Wirtschaftsstandort zu bieten hat

Die grüne Wiese ist Geschichte: Auf dem Areal „Leitschäcker“ entsteht an der A7 ein Gewerbegebiet mit einer Fläche von rund 35000 Quadratmetern. Zwischen 100 und 120 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden, heißt es.
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Die grüne Wiese ist Geschichte: Auf dem Areal „Leitschäcker“ entsteht an der A7 ein Gewerbegebiet mit einer Fläche von rund 35000 Quadratmetern. Zwischen 100 und 120 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden, heißt es.
Bild: Woitas/dpa

Plus Das Gewerbegebiet „Leitschäcker“ in Illertissen an der A7 nimmt Formen an. Die Investoren haben vor Ort einiges vor.

Vor der Stadt rollen schwere Baumaschinen umher, die einstige grüne Wiese ist nicht wiederzuerkennen: Zwischen Kiesflächen und Erdhügeln zeigen sich schon deutlich die Konturen der Straße, die einmal über das 35000 Quadratmeter große Areal „Leitschäcker“ verlaufen wird. In der Nähe der Autobahn schafft Illertissen Platz für Firmen, bis zu 120 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Das war am Dienstag zum offiziellen Startschuss zu erfahren. Ein neuer Investor war auch dabei: Unternehmer Tobias Waltl aus Mindelheim. Er macht keine kleinen Sachen – ihm geht es nicht nur um den Bau eines Hotels. Er will Hotelzimmer serienmäßig produzieren. Das ist aber noch nicht alles: Im „Leitschäcker“ könnte die erste Zapfsäule für Fahrzeuge mit Brennstoffzellen in der näheren Umgebung entstehen. Als erster Bauherr will die Fast-Food-Kette McDonald’s loslegen: Noch heuer soll die neue Filiale entstehen. Hier ein Blick in das Gewerbegebiet.

Der Konzern Total will im kommenden Jahr eine Tankstelle bauen.
Bild: Woitas/dpa

Tankstelle: Sie bietet Saft für Verbrennungsmotoren und Elektroantriebe, Stellplätze für Lastwagen und eine Gastronomie: Auf einer Fläche von etwa 6200 Quadratmetern wird der Mineralölkonzern Total eine Tankstelle im „Leitschäcker“ bauen. Der Start ist für das Frühjahr 2020 vorgesehen, fertig sein soll das alles im Sommer. Die Tankstelle werde eine für Autobahnrastanlagen übliche Größe haben, sagt Thorsten Keisers, der bei Total für die Netzentwicklung zuständig ist. Er bezeichnet Illertissen als „qualitativ hochwertigen Standort“. Der liege unmittelbar an der A7 und sei zwischen Ulm und Memmingen einer der einzigen, der noch nicht über entsprechende Angebote verfügt. Möglicherweise könnte im „Leitschäcker“ die erste Zapfsäule für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge entstehen. Bei der Planung werde Total dafür jedenfalls entsprechende Flächen vorhalten, so Keisers. An den zwei modernen E-Ladestationen werde es möglich sein, die Batterien von Fahrzeugen innerhalb von 20 Minuten auf 80 Prozent aufzuladen. Eine kurze Dauer sei im Reiseverkehr wichtig.

Keine Konkurrenz zu Tankstellen im Ort

Auf den zielt Total mit dem Standort im „Leitschäcker“ vor allem: Eine Konkurrenz zu den Tankstellen in der Innenstadt sieht Keisers nicht. Schon weil der Sprit an Autobahnen üblicherweise teurer sei, „da liegen manchmal 30 Cent dazwischen“.

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Hotelzimmer wie dieses sollen in Illertissen gefertigt werden.
Bild: Woitas/dpa

Hotelbau: Auf der einen Seite der Produktionsanlage werden Betonplatten angeliefert, auf der anderen kommen fertige Hotelzimmer raus: So fasst Unternehmer Tobias Waltl die Modul-Bauweise in seinem geplanten Werk zusammen. „Wir bauen die Hotels fix und fertig, da müssen Sie nur noch das Klopapier reinhängen“, sagt der Geschäftsführer und größter Anteilseigner der Wagner Möbel-Manufaktur in Mindelheim. Die angelieferten Platten würden zunächst mit Ziegeln versehen, danach würden Elektrik, Sanitäranlagen, Estrich und auch schon Möbel eingebaut. Die fertigen Module sollen spätabends abgeholt und ausgeliefert werden. Entstehen sollen auf den insgesamt 13000 Quadratmetern neben der Produktionshalle eine Schlosserei und auch gleich eines der Hotels der zugehörigen WMM Hotel Betriebs GmbH, mit 21 Betten.

Zimmer nur über Online-Buchung

Die funktionieren komplett über Online-Buchung: Die Übernachtungsgäste buchen im Internet, zahlen mit Kreditkarte und gelangen über einen Code in den Raum. So könnten recht günstige Preise angeboten werden, heißt es. Die WMM Hotel Betriebs GmbH hält ein Patent auf diese Zugangsart. Bislang gibt es zehn solcher Häuser, unter anderen in Mindelheim, Bad Grönenbach und Babenhausen. Weitere sind in Vorbereitung. Waltl will in Illertissen 50 Mitarbeiter beschäftigen – einen Teil davon nimmt er aus Mindelheim mit, neue sollen vor Ort gewonnen werden. Gefragt seien Maurer, Schlosser und Sanitärinstallateure. Die genauen Pläne für Werk und Hotel will Waltl in den nächsten Wochen im Illertisser Rathaus einreichen, sodass die Stadträte nach der sitzungsfreien Sommerpause über den Bauantrag entscheiden könnten.

Die Fast-Food-Kette McDonald’s will diesen Herbst bauen.
Bild: Woitas/dpa

McDonald’s: Das große gelbe „M“ wird schon über dem „Leitschäcker“ prangen, wenn die anderen Firmen dort noch bauen – McDonald’s will als einer der ersten Bauträger schon im Herbst loslegen. Das Restaurant soll Ende dieses Jahres fertig sein, erklärt Saskia Hirsch, Construction Consultant bei McDonald’s Süd mit Sitz in München. Entstehen soll der „Standardtyp“ solcher Filialen: Vorgesehen sind ein Selbstabholer-Schalter (McDrive) und eine Kaffee-und-Kuchen-Sektion (McCafé).

Fünf Jahre von der Idee bis zum Spatenstich

Investoren: Um Ausbau und Vermarktung des Areals kümmern sich die Investoren Erwin Endraß und Dirk Grube. Sie stammen aus dem Memminger Raum und haben für den „Leitschäcker“ die „Objekt-Illertissen“-Gesellschaft gegründet. Seit 2014 planen sie das Projekt, nun wird es umgesetzt. „Das dauert eben solange“, sagt Endraß dazu. Das Areal sei gefragt, noch seien rund 6000 Quadratmeter zu haben, es gebe mehrere Bewerber. Möglicherweise könnten sich dort zwei Firmen ansiedeln, so Endraß. Falls der Stadtrat zustimmt – denn er hat das letzte Wort bei der Vergabe.

Im Gespräch: Bürgermeister Eisen (2. v. links) und Investor Dirk Grube (rechts).

Stadt: Für Illertissen sei es wichtig, neue Flächen für Betriebe anbieten zu können, sagt Bürgermeister Jürgen Eisen. „Es kann und will nicht jeder nach Ulm zur Arbeit pendeln.“ Im Illertal sei für Industrie kein Platz mehr und östlich der Autobahn bereite der Kanalbau Probleme. Der Stadtrat habe sich die Entscheidung über den „Leitschäcker“ nicht leicht gemacht, so Eisen. Auf Dauer könne es mit dem Flächenverbrauch allerdings so nicht weitergehen. Laut Eisen soll das neue Gewerbegebiet ein „grünes Gewerbegebiet“ werden.

Der Weg zum neuen Gewerbegebiet - was im "Leitschäcker" bislang passiert ist:

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