Festival der Nationen

02.10.2018

Ein Hoch auf die Musik

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5 Bilder
Mitten im Herzen der Kneippstadt, auf dem „Roten Platz“, wie der Denkmalplatz hier heißt, erhoben die Musikanten ihre Instrumente zum Musikantengruß. Zahlreiche Musikkapellen des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes waren mit dabei.
Bild: Schmid

In Bad Wörishofen wandeln Jung und Alt auf den Spuren Rossinis und entdecken dabei nicht nur großartige Musik, sondern auch das eigene musikalische Talent.

 Strahlend blauer Himmel und jede Menge Musik: Das Musikfest „Klassik für Alle“ im Rahmen des Festivals der Nationen hielt für Hunderte Gäste jede Menge Ohren- und Augenschmaus bereit. Das beherrschende Thema: „Auf den Spuren von Gioacchino Rossini“. Alles begann mit einem Sternmarsch der Blaskapellen aus Ettringen, Haselbach, Markt Wald, Oberrieden, Schlingen und Wiedergeltingen. Der Spielmannszug des Allgäu Schwäbischen Musikbundes sorgte für weitere besondere musikalische Momente. Als Sternmarsch zogen sie alle zum Denkmalplatz. Dort boten sie ein beeindruckendes Bild. Die Musikanten spielten zur großen Freude der Zuschauer mehrere Werke.

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Bürgermeister Paul Gruschka begrüßte alle Anwesenden, vor allem die Musiker, denn ohne sie gebe es dieses Standkonzert nicht. Sie seien besonders wichtig. Das empfand der Präsident des Allgäu Schwäbischen Musikbundes und Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer ebenso. Er sagte: „Es gibt im ASM inzwischen viele Frauen. Das sind 48 Prozent der Musikanten. Und das ohne gesetzlich vorgeschriebene Frauen-Quote.“ Er betonte: „Musik ist spannend. Musik ist vielfältig. Ob klassisch, konzertant oder als Blasmusik.“ Er bedankte sich besonders bei den Festival-Machern Winfried und Werner Roch. Die informative Moderation des gesamten Festes hatte Eva Schramm von BR Klassik übernommen. Pschierer griff selbst zum Taktstock und dirigierte den „Laridah-Marsch“. ASM-Bezirksdirigentin Nicole Simon hob den Taktstock für den „Ruetz-Marsch“.

Der Allgäu-Schwäbische Musikbund war in Bad Wörishofens stark vertreten

Otti Pfelzer gründete vor vier Jahren den Spielmannszug des ASM. Er übernahm das Dirigat unter anderem für den „Petersburger Marsch“. Winfried Roch, Intendant des Festivals, komponierte den „Bad Wörishofener Festmarsch“. Die Musikkapellen Oberrieden und Haselbach spielten ihn, dirigiert von Marina Beer.

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Der ASM-Bundesdirigent Thomas Hartmann schließlich leitete den Gemeinschaftschor beim „Bozener Bergsteiger Marsch“. Den krönenden Abschluss bildete traditionell die „Bayernhymne“.

Doch damit war das Musikfest nicht zu Ende. Im Haus zum Gugger bot Petra Mengeringhausen den beliebten Workshop „Gioacchino Rossini für Kinder“ an. Die Kinder hörten Musik von Rossini und erhielten Gelegenheiten zum Malen. Außerdem lernten sie verschiedene Instrumente kennen. Doch damit nicht genug. Im Kurtheater warteten hochkarätige junge Künstler auf die Besucher. Einige Gäste sprachen sich nach dem Konzert der Kammeroper aus München mehr als lobend dafür aus: „Das war einfach großartig. Und das ohne Eintritt.“

Die Kammeroper München schickte seine Talente nach Bad Wörishofen

Sie waren voll des Lobes, und das zu Recht. Die Kammeroper München besetzt ihre Produktionen mit jungen, hervorragenden Gesangstalenten. Für das Event „Rossini – Genie und Genießer“ kamen Irena Weber (Mezzosopran), Francisco Brito (Tenor) und Modestas Sedlevicius (Bariton) auf die Bühne. Das elfköpfige Kammerorchester unter der Leitung von Nabil Shehata begleitete die Solisten bei ihren Soloauftritten, beim Duett und Terzett. Sie sangen große Arien aus Rossini-Opern, Belcanto zum Verlieben. Irena Weber wurde 1990 in Novi Sad, Serbien geboren. Ab dem 10. Lebensjahr wuchs sie in Ungarn auf. Sie verfehlte mit ihrer großen Stimme ihre Wirkung auf das Publikum nicht. Ihre Koketterie war einfach verzaubernd.

Der 1986 in Argentinien geborene Francisco Brito hatte zum Glück sein „Hohes C“ nicht an der Garderobe abgegeben.

Dominik Wilgenbus, freischaffender Regisseur und Gründer der Kammeroper München, berichtete in sehr launiger Art und Weise vom Leben Rossinis. Er zitierte zahlreiche Anekdoten, so auch von einem für sein Hohes C berühmten Tenor. Der besuchte Rossini. Rossini bat darum, der Tenor möge sein Hohes C bitte an der Garderobe abgeben. Wer war Rossini eigentlich? Wilgenbus lachte verschmitzt: „Er war dick“, sehr humorvoll und hätte mit leichter Hand komponiert. Dabei habe er sich selber auch schon mal kopiert. Wilgenbus erinnerte auch an das verführerische Rezept „Tournedos alla Rossini“, verlas sogar das Rezept vor und meinte lakonisch zum Publikum: „Ich wünsche Ihnen jetzt keinen guten Appetit.“ Dafür machte Modestas Sedlecicius mit seiner tiefen, kräftigen Bassstimme Lust auf mehr, als er die Arie aus „Der Barbier von Sevilla“ sang, das „Largo al factotum“, bei dem sein Mienenspiel ebenso grandios war wir seine Stimme. Dass Dirigent Nabil Shehata seinen Spaß daran hatte, war nicht zu übersehen. Das Publikum applaudierte auch den „Bambini“ mit Tanja Keller von der Irmgard Seefried Sing- und Musikschule Bad Wörsihofen. Sie tanzten nach Musik von Rossini mit bunten Tüchern.

In der Konzertpause führte Eva Schramm ein Interview mit Prof. Alexander Hennig über Rossini. Am Ende pfiff das Publikum, rief immer öfter „Bravo“ und spendete stehenden Applaus. Das war ein Musikfest für alle, zum Hören und Genießen.

Hier gelangen Sie zur großen Bildergalerie von dem Musikfest in Bad Wörishofen.

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