1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. „Magistrale für Europa“: Initiative fordert Ausbau der Strecke Augsburg-Ulm

Bahn

09.11.2015

„Magistrale für Europa“: Initiative fordert Ausbau der Strecke Augsburg-Ulm

Die Initiative „Magistrale für Europa“ kämpft für den Ausbau der Schnellbahnstrecke Paris – Budapest. Zwischen Ulm und Augsburg seien die Züge noch zu langsam.
Bild: Alexander Kaya (Archivfoto)

Die Initiative „Magistrale für Europa“ fordert den raschen Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris – Budapest. Eine Lücke besteht zwischen Ulm und Augsburg.

Die Initiative „Magistrale für Europa“ kämpft seit fast 25 Jahren für den Ausbau der Bahnstrecke Paris – Budapest zu einer durchgehenden Hochgeschwindigkeitstrasse. Mehrere Teilstrecken sind bereits fertig, etwa Paris – Straßburg oder AugsburgMünchen. Andere sind im Bau, wie das Stück zwischen Ulm und Stuttgart, das bis 2021 fertig werden soll. Doch es gibt noch etliche „Flaschenhälse“ auf der 1500 Kilometer langen Strecke, die von Frankreich über Deutschland, Österreich und die Slowakei bis nach Ungarn führt. Dazu gehört Ulm – Augsburg. Hier fahren zwar ICE-Züge, aber bei Weitem nicht mit Höchstgeschwindigkeit. Deshalb soll die Strecke ertüchtigt und ausgebaut werden. Das fordert die Initiative in einer Resolution, die sie am Freitag bei ihrer Hauptversammlung im Ulmer Stadthaus erlassen hat.

Die Resolution ist eine Art Wink mit dem Zaunpfahl an das Bundesverkehrsministerium, das in den nächsten Wochen den neuen Bundesverkehrswegeplan vorstellen will. Darin steht, welche Straßen und Schienenstrecken bis 2030 vom Bund gefördert werden. Fast jede Kommune will ihren Anteil aus diesen Fördertöpfen haben und versucht, sich entsprechend zu positionieren. Die Initiative „Magistrale für Europa“ wirft hier einiges an Gewicht in die Waagschale, weil in ihr insgesamt 28 Städte, Regionen sowie Industrie- und Handelskammern zusammengeschlossen haben.

Bahnstrecke zwischen Paris und Budapest soll schnell ausgebaut werden

In ihrer Resolution fordern die Mitglieder noch weitere Lückenschlüsse, etwa bei Appenweier in Baden oder im bayerischen „Chemiedreieck“ Tüßling – Burgkirchen – Burghausen. Auch eine bessere Anbindung des Flughafens München im Fernverkehr und die Umsetzung von „Stuttgart 21“ stehen auf der Agenda. „Wir wollen den raschen Ausbau der gesamten Bahnstrecke für den Personen- und Güterverkehr“, sagte der Vorsitzende der Initiative, der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD). Die Magistrale sei die Ost-West-Verbindung „eines Europas, das zusammenwachsen soll, nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in kultureller Hinsicht“.

„Magistrale für Europa“: Initiative fordert Ausbau der Strecke Augsburg-Ulm

Der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Norbert Barthle (CDU), sagte, dass über Jahre hinweg zu wenig Geld in Erhalt und Neubau von Verkehrswegen gesteckt worden sei. „Jetzt ist die Infrastruktur dran.“ Zur Bahnstrecke Ulm – Augsburg sagte er: „Auch da muss es weiter gehen, spätestens, wenn die Strecke Wendlingen – Ulm fertig ist.“

Irgendwann mit dem Schnellzug bis ans Schwarze Meer

Sven Hantel, Konzernbevollmächtigter der Bahn in Baden-Württemberg, berichtete, dass die Arbeiten an der ICE-Neubaustrecke Wendlingen – Ulm gut vorankämen: „Wir sind vor Plan.“ Die Magistrale Paris – Budapest bezeichnete er als Entwicklungstreiber für die angrenzenden Regionen. Als Beispiel nannte er das Großprojekt Citybahnhof Ulm, das in den nächsten zehn bis 15 Jahren die Stadt massiv verändern wird. „Bei der Südbahn erwarten wir in diesem Jahr den Durchbruch“, sagte Hantel. Für die lang ersehnte Elektrifizierung der Strecke nach Friedrichshafen soll bald eine Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Land geschlossen werden. Anvisierter Baubeginn ist 2017. Es gibt allerdings noch eine Finanzierungslücke.

Oberbürgermeister Ivo Gönner (SPD) erläuterte, dass die Magistrale inzwischen Teil des transeuropäischen Korridors „Rhein-Donau“ sei. Dies sei eine ambitionierte Vorgabe. In ferner Zukunft sollen die Schnellzüge dann nicht nur bis nach Budapest brausen, sondern sogar bis ans Schwarze Meer.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren