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Senden

05.12.2019

Senden will Vorreiter beim Klimaschutz sein

Senden will einen Energienutzungsplan aufstellen lassen.

Der Stadtrat plant einen Energienutzungsplan. Später sollen auch die Bürger mit einbezogen werden.

Die Stadt Senden will in Sachen Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen – und den Bürgern entsprechendes Engagement schmackhaft machen. Dazu wird in Senden ein Energienutzungsplan (ENP) aufgestellt. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

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Wie berichtete, hatte die SPD im Juli bei der Verwaltung ein kommunales Klimaschutz-Förderprogramm beantragt und die CSU forderte, Geld für den kommunalen Klimaschutz im nächsten Haushalt einzuplanen. In einer Sitzung im Oktober machte die Verwaltung einen Vorstoß und schlug einen eigenen Klimaschutzmanager für die Illerstadt vor. Roland Mäckle von der Regionalen Energieagentur Neu-Ulm/Ulm kam damals als Berater in die Sitzung und schätzte die Kosten für ein umfassenderes Klimaschutzkonzept auf etwa 60000 Euro, für einen Energiesparplan auf 40000. Der Landkreis Neu-Ulm hat sein Klimaschutzkonzept bereits im Jahr 2012 erstellt und beschäftigt Florian Drollinger als Klimaschutzmanager. Jener berichtete den Sendenern über die Möglichkeiten des Kreises, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent einzudämmen. Schon damals und auch erneut in der Sitzung am Dienstagabend waren sich die Räte schnell einig: Es kommt wenn dann ein ENP infrage. Man könne durchaus erst einmal kleiner anfangen und später dann noch draufsatteln mit einem Klimaschutzkonzept, so der Tenor.

Der Plan soll für Senden und alle Ortsteile gemacht werden

Roland Mäckle, der erneut zu Gast im Sendener Gremium war, sagte, man müsse zunächst überlegen, welchen Einfluss die Stadt auf die Stromproduktion habe. Mit dem ENP werde eine Datengrundlage geschaffen, dann werden potenzielle Wärmequellen identifiziert wie Solarenergie oder Wasserkraft. Das Untersuchungsgebiet werde in der Regel über die gesamte Stadt und die Ortsteilen gelegt. Die kommunalen Gebäude machten dabei nur einen kleinen Teil von etwa zwei bis drei Prozent aus, das Gros des Energieverbrauchs liege bei Privatleuten und Firmen – Wärme sei der Hauptbereich. Beim ENP, so erklärte Mäckle es auf die Frage von Claudia Schäfer-Rudolf (CSU), gehe es vor allem um Bestandsgebäude und deren Optimierung. Theoretisch sei es jedoch möglich, auch Baugebiete mit einzubeziehen. Die Erstellung des Plans dauere etwa sechs Monate, die Umsetzungszeit für daraus entnehmbare Maßnahmen schätzte Mäckel dann auf etwa zwei Jahre. Für die Erstellung des Plans gibt es bis zu 70 Prozent Förderung (jedoch maximal 50000 Euro) und nochmals 70 Prozent (maximal 40000 Euro) für die Begleitung durch externe Fachleute.

Senden will Vorreiter beim Klimaschutz sein

Stadträte wollen mit der Planung loslegen

Michael Hanser (CSU) wollte wissen, was man konkret bei einem 40 Jahre alten Wohngebiet tun könne. Mäckel sagte, es sei alles derzeit noch etwas abstrakt. Man müsse sich die Gegebenheiten vor Ort ansehen, dann Vorschläge ausarbeiten und dann die Bewohner einbeziehen. „Man muss den Bürgern einen Mehrwert aufzeigen, damit sie bereit sind, mitzumachen“, sagte der Fachmann.

Georg Schneider (SPD) und Helmut Meisel (Grüne) warben schließlich dafür, das Konzept nun zu erarbeiten und dann die Bürger zu informieren. „Und dann schaffen wir das auch und legen als Vorreiter los“, sagte Meisel. Bernd Bachmann (SPD) wollte auch mit dem ENP anfangen, „wir gehen dann bestimmt mal weiter zum Klimaschutzkonzept“. Vermutlich brauche jedoch in jedem Fall neben einem externen Büro noch Zuarbeit aus der Verwaltung. Dem stimmte Bürgermeister Raphael Bögge zu. Derzeit sei die Bauabteilung ohnehin gut ausgelastet.

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