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Große Koalition

08.02.2018

Warum Gerd Müller um seinen Job bangen muss

Muss noch um seinen Job bangen: Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU).
Bild: Ulrich Wagner (Archivfoto)

Der Allgäuer Gerd Müller will weiter an vorderster Front Entwicklungspolitik machen. Doch die Konkurrenz in der CSU ist groß.

Die CSU hat ein Verteilungsproblem. Fünf herausgehobene Posten kann sie in Berlin besetzen. Drei sind fest vergeben. Für die beiden letzten gibt es aber drei Anwärter, darunter mit der stellvertretenden Parteivorsitzenden Dorothee Bär, 39, aus Unterfranken eine Frau mit Aussichten auf den Karrieresprung. So scheint es jetzt nur noch um die Frage zu gehen, ob der Kemptener Gerd Müller, 62, Entwicklungsminister bleibt oder Generalsekretär Andreas Scheuer, 43, zu Ministerehren kommt.

Zwei Posten sind gleich in den Wochen nach der Bundestagswahl mit zwei Männern besetzt worden: An der einflussreichen Stelle des CSU-Landesgruppenchefs sitzt der ehemalige Verkehrsminister Alexander Dobrindt, 47, Bundestagsvizepräsident ist jetzt Ex-Innenminister Hans-Peter Friedrich, 60. Drei Ministerien darf die CSU wieder besetzen. Vier Jahre nach dem Ausscheiden von Friedrich bekommt sie das bisher von Thomas de Maizière ( CDU) geführte Innenministerium zurück. Parteichef Horst Seehofer, das steht fest, wird es übernehmen. Dorothee Bär könnte Dobrindt im Verkehrsministerium beerben. Dort kennt sich die Parlamentarische Staatssekretärin aus. Das Gleiche gilt für Scheuer, der ebenfalls dort bereits Staatssekretär (2009-2013) war. Von ihm heißt es in Parteikreisen aber auch, er sei sehr gut als Generalsekretär. Was auch so verstanden werden kann: Warum soll er jetzt Minister werden, wenige Monate vor dem für die CSU enorm wichtigen Landtagswahlkampf.

Gerd Müller würde gerne weitermachen

Bleibt noch Gerd Müller, dem nicht nur in der eigenen Partei bis in die oberste Spitze hinein eine hervorragende Bilanz attestiert wird. CSU-Chef Seehofer hat sich dem Vernehmen nach am Donnerstag im Parteivorstand sehr positiv über den Minister geäußert. Schwabens CSU-Vorsitzender Markus Ferber betont, Müller habe „bewiesen, dass er das Entwicklungsministerium hervorragend führen kann“. Ferber will für ihn kämpfen. Ein alter Parteihase sagt über Müller: „Der richtige Mann am richtigen Platz.“ Auch beim politischen Gegner und vielen einschlägigen Organisationen begegnet man dem Minister mit großem Respekt.

Der gebürtige Krumbacher ist keineswegs amtsmüde: „Ich würde das Ministerium gerne weiterführen“, sagt er am Donnerstag unserer Redaktion, auch weil der Koalitionsvertrag die Entwicklungspolitik stärkt. Aber Müller weiß, dass er bis nach dem SPD-Mitgliedervotum warten muss, bevor auch über seine Zukunft entschieden wird. Die CSU will am 5. März – ein positives Votum der Sozialdemokraten vorausgesetzt – ihre Personalfragen klären. Es wäre eine Überraschung, wenn Dorothee Bär dann zugunsten eines Mannes leer ausginge, denn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll schon vier Jahren bemäkelt haben, dass die CSU drei Männer zu Ministern gemacht habe.

Müller reist nun nach Kuwait

Für Müller geht die Arbeit indessen uneingeschränkt weiter. In der kommenden Woche vertritt er die Bundesregierung in Kuwait bei einer Irak-Konferenz. Dort geht es auch um Hilfen bei Wohnungsbau, Schulen und Ausbildung im kriegszerstörten Land – und damit auch um die Bekämpfung von Fluchtursachen, ein Thema, an dem der Allgäuer weiter arbeiten will.

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