Aindling 1872, einige tatkräftige Männer entschließen sich, eine Feuerwehr zur gründen. Zum damaligen Zeitpunkt standen den Kameraden bereits einige Gerätschaften zur Verfügung: drei Holzleitern, ein Standrohr, vier große Feuerhaken, Löscheimer und eine Feuerlöschspritze auf einem hölzernen Wagen, die bis heute im Vereinsbesitz ist.
Zehn Jahres später – 1882 – zählte die Feuerwehr Aindling nach einer erfolgreichen Inspektion dann 93 Floriansjünger. Im Jahre 1914 kam sogar Prinzregent Luitpold mit Kronprinz Rudolf nach Aindling und zeigte sich äußerst zufrieden mit der Wehr. Die beiden Weltkriege stellten auch die Feuerwehr vor große, vor allem personelle Probleme, da viele Kameraden zum Kriegsdienst berufen wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand das Feuerlöschwesen praktisch nur noch auf dem Papier. Ein Verwaltungsrat beschäftigte sich mit den Möglichkeiten des Wiederaufbaus der Feuerwehren. Viele Kameraden stellten sich bereitwillig wieder in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr. In den Nachkriegsjahren konnte ein LF15, Baujahr 1942, übernommen werden, das während des Zweiten Weltkrieges am Fliegerhorst Gablingen eingesetzt war. Das Fahrzeug befindet sich bis heute im Vereinsbesitz und wird derzeit von einigen Feuerwehrlern aufwendig restauriert.
Aus einer Kriegsfreundschaft zweier Männer entstand 1959 die bereits 65-jährige Freundschaft der beiden Feuerwehren Aindling und Fürstenfeld in der Steiermark. 1972 bekam die Feuerwehr zum 100-jährigen Gründungsjubiläum ein neues Tanklöschfahrzeug von der Gemeinde. Die Einweihung des Gerätehauses an der Peter-Sengl-Straße fand 1984 statt, das Gebäude war bis Dezember 2023 das Domizil der Feuerwehr. Fünf Jahre später bekam die Feuerwehr Aindling 1989 das erste Mehrzweckfahrzeug und weitere zwei Jahre später ein neues LF16/12. Im Jahre 1995 fand das 125-jährige Gründungsfest statt.
1997 beschloss die Vorstandschaft, dass auch Frauen in den Dienst der Feuerwehr eintreten dürfen. Mit der Gründung des First Responder Teams 2005 kamen zu den klassischen Aufgaben zusätzliche Erste-Hilfe-Einsätze hinzu. Anfänglich wurden die Einsätze mit dem Mehrzweckfahrzeug bestritten, 2007 wurde aus Vereinsmitteln und Spenden ein eigenes First Responder Fahrzeug angeschafft. Mit der Fertigstellung des Feuerwehrbedarfsplanes 2016 für die Marktgemeinde Aindling wurde deutlich, dass einiger Handlungsbedarf besteht. Die Ersatzbeschaffung eines neuen LF wurde bereits genehmigt, dieses wurde 2018 eingeweiht. In den folgenden Jahren wurden verschiedene Möglichkeiten für einen möglichen An- oder Neubau des Feuerwehrhauses geprüft, bis 2021 die Startbesprechung für das Bauprojekt und im August 2022 der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus stattfand. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit konnte das Gebäude im November 2023 von der Firma Züblin übernommen werden.
Mit über 250 Vereinsmitgliedern, davon sind circa 70 Aktive sowie 20 Jugendliche, ist die Feuerwehr ein traditionsreicher Verein in der Marktgemeinde Aindling. Seit nun- mehr 150 Jahren ist die Freiwillige Feuerwehr Aindling allzeit bereit, um die Bewohnerinnen und Bewohner und deren Hab und Gut zu schützen.
Seit 1949 gibt es bei der Feuerwehr Aindling bereits eine eigene Jugendgruppe. Seitdem hat sich auch die Jugendarbeit weiterentwickelt. Derzeit engagieren sich elf Jungen und zehn Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren in unserer Jugendfeuerwehr. Die Vorbereitung auf den Feuerwehrdienst und eine effektive Jugendarbeit sind der Wehr dabei besonders wichtig. Hier werden durch umfassende Ausbildung, regelmäßige Übungen und realistische Einsätze die Grundlagen gelegt.
Neben dem technischen Know-how liegt die Vermittlung wichtiger gesellschaftlicher Werte ebenso am Herzen. Dazu gehören Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Kameraden und der Bevölkerung, die Anerkennung der individuellen Fähigkeiten jedes Einzelnen und ein respektvoller Umgang miteinander. Diese Werte leben die Feuerwehrleute in ihrer Gemeinschaft. Die gemeinsamen Aktivitäten sollen einen positiven und abwechslungsreichen Ausgleich zum schulischen Lernstress bieten. Bei der Jugendfeuerwehr steht nicht nur der feuerwehrtechnische Aspekt im Vordergrund – auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Besuche bei Partnerfeuer-wehren, Wakeboarden und Kartfahren sind nur einige Beispiele für die abwechslungsreichen Aktivitäten, die gemeinsam erlebt werden. pm
Demnächst startet die Freiwillige Feuerwehr Aindling auch eine Kinderfeuerwehr mit den jüngeren Feuerwehrfans ab neun Jahren. Die Kameraden freuen sich auf viele interessierte Kinder! Nähere Infos bekommt man am Familiennachmittag oder per E-Mail unter kinderfeuerwehr@ffw-aindling.de.
Seit der Gründung der First Responder-Einheit im Jahre 2005 sind die FR-Kräfte ebenso wie alle Aindlinger Feuerwehrkräfte ehrenamtlich für die Bevölkerung im Einsatz. Bei vielen Notfällen ist der Faktor „Zeit“ entscheidend, um Überlebens- und Heilungschancen des Patienten zu verbessern und Folgeschäden zu vermeiden. Jede Sekunde zählt – auch nachts.
Seit 2009 ist in Aindling tagsüber ein Rettungswagen stationiert. Dieser deckt die Notfälle tagsüber ab. Hier werden die First Responder bei Bedarf zusätzlich alarmiert oder auch, wenn der RTW bereits anderweitig im Einsatz ist. Von 19 bis 7 Uhr wird nach einem Schichtplan gearbeitet und die First Responder zeitgleich mit dem Rettungsdienst alarmiert, um die Zeit bis zu deren Eintreffen zu überbrücken. Durch die ortsansässige Stationierung treffen die Ersthelfer im Schnitt fünf bis zehn Minuten vor dem Rettungsdienst an der Einsatzstelle ein und können Versorgungslücken schließen und mit der Erstversorgung des Patienten beginnen.
Bis Ende 2023 ist das First Responder-Team seit der Gründung 3396 Einsätze gefahren. Da die First Responder-Einheit nicht zu den Pflichten einer Freiwilligen Feuerwehr gehört, muss dieser Bereich aus Spenden finanziert werden. Das Einsatzfahrzeug sowie die professionelle Erste-Hilfe-Ausrüstung sind hierfür von elementarer Bedeutung. Nur so kann das Team in der Not helfen und die lebensrettenden Minuten überbrücken. pm