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04.02.2019

SPD: Bante ist nicht mehr Vorsitzender

Bernd Bante
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Bernd Bante

Nahezu unbemerkt legt der Friedberger das Amt nach 13 Jahren an der Spitze des Unterbezirks nieder. Der 54-Jährige spricht von „Abnutzungserscheinungen in einer langjährigen Beziehung“

Die SPD insgesamt hat kein gutes Jahr hinter sich. Parteiintern gibt’s Ärger mit der Großen Koalition und das einstellige Ergebnis bei der Landtagswahl in Bayern im Herbst hat auch Urgesteine der Genossen mit langer Leidenserfahrung bis ins Mark erschüttert. Und irgendwie geht es immer noch tiefer: Nach einer Forsa-Umfrage würde die Bayern-SPD aktuell nur noch sechs Prozent der Stimmen bekommen. Für Bernd Bante sind diese deprimierenden Zahlen aber nicht der Grund, warum er nicht mehr Vorsitzender der SPD im Landkreis Aichach-Friedberg sein will. Bereits Ende vergangenen Jahres hat er, von der Öffentlichkeit mehr oder weniger unbemerkt, das Amt abgegeben, wie er jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung in einem Gespräch bestätigte.

Seit Ende 2005 führte der Friedberger den Unterbezirk mit sechs Ortsvereinen ( Aichach, Lechrain, Friedberg, Friedberg-Ottmaring, Kissing, Mering) als Nachfolger von Hansjörg Krazeisen. Bantes letzte zweijährige Amtszeit ist abgelaufen. Er hat aber nicht die nächste Kreisversammlung abgewartet, sondern sein Amt vorab niedergelegt. Seine bisherige Stellvertreterin Sandra Lederer aus Kissing ist jetzt kommissarische Vorsitzende der SPD, bis die Position im Februar bei einer Wahl neu besetzt wird.

Grund für den Rücktritt sei kein Zerwürfnis, betont Bante. Er spricht von „Abnutzungserscheinungen in einer langjährigen Beziehung“. Es habe unterschiedliche Meinungen und Auffassungen gegeben, sagt der 54-Jährige, ohne ins Detail zu gehen. Bante ist zum Beispiel beim Thema „Große Koalition“ pragmatisch eingestellt: Die gebe es und die SPD müsse jetzt das Beste draus machen. Einige Rückmeldungen auf seinen intern auf der Führungsebene verkündeten Rückzug hätten ihm gutgetan, berichtet Bante. Da sei ihm bestätigt worden, dass er sich viele Jahre um die Partei gekümmert habe. Von einigen Genossen, mit denen er viele Jahre zusammenarbeitete, habe er dagegen nichts gehört. Der vierfache Familienvater zieht dennoch ein insgesamt positives Fazit seiner Zeit als Vorsitzender. In einem ländlichen und eher konservativen Landkreis wie Aichach-Friedberg tut sich die SPD generell schwer. Hier steht sie – zumindest in den Spitzenpositionen – nach wie vor vergleichsweise gut da. Im Wittelsbacher Land regieren schon seit Mitte der 90er- Jahre SPD-Bürgermeister in den größten vier Kommunen Aichach, Friedberg, Mering und Kissing. Oder anders: Weit über die Hälfte der Bürger im Wittelsbacher Land hat einen roten Rathauschef. Mit der Landtagsabgeordneten Simone Strohmayr ist die SPD im Kreis seit 2003 im Maximilianeum vertreten. Die Rechtsanwältin trat im Herbst zum vierten Mal als Direktkandidatin im Stimmkreis Aichach-Friedberg an und schaffte als eine von insgesamt nur noch zwei SPD-Bewerbern den Sprung in den Landtag. Diese Erfolge will sich der ehemalige Kreisvorsitzende nicht auf die Fahnen schreiben. Das hänge maßgeblich von den Personen ab, der Kreisverband helfe mit. Bante selbst war 2013 als SPD-Direktkandidat im Bundestags-Wahlkreis Augsburg-Land chancenlos. Er spricht aber von einer tollen Erfahrung.

Der Physiker arbeitet seit vielen Jahren in der Politik-Abteilung des Audi-Konzerns in Ingolstadt. Die Themen Verkehr, Mobilität und damit zusammenhängend Umweltpolitik liegen ihm nicht nur deshalb nahe. In der kontroversen Diskussion zur Augsburger Ostumgehung sei es ihm durch seine Kontakte gelungen, kompetente Ansprechpartner seiner Partei in den Landkreis zu holen. Als aktiver Gewerkschafter wünscht sich Bante, dass die SPD die Arbeitnehmer „wieder anspricht und auch mitnimmt“. Er selbst bleibe natürlich auch nach seinem Rücktritt ein politischer Mensch. Bei politischen Ämtern und Aufgaben will er – derzeit zumindest – eine Pause einlegen. Unter anderem bleibe dann auch mehr Zeit für Familie und Hobbys – zum Beispiel zum Singen in zwei Chören.

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