1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. „Wörle-Spange“: So reagiert das Wittelsbacher Land

Gersthofen

22.03.2019

„Wörle-Spange“: So reagiert das Wittelsbacher Land

Stau auf der B2 bei Gersthofen. Eine Ost-Umfahrung auf der östlichen Lechseite würde die Nachbarstadt entlasten. Im Wittelsbacher Land stößt der Vorstoß aber auf klare Ablehnung.
Bild: Marcus Merk

Die Reaktionen auf den Vorschlag für eine Ostumfahrung von Gersthofen sind geteilt und hängen von der Lechseite ab.

Die Breitseite aus dem Wittelsbacher Land Richtung Westen als Antwort auf die „Wörle-Spange“ war sozusagen selbstauslösend und auf der anderen Lechseite vermutlich auch schon vorher eingepreist. Die Reaktionen auf eine östliche Umfahrung zur Entlastung von Gersthofen und mit Belastung von Rehling und Affing sind auf der östlichen Seite des Grenzflusses jedenfalls eindeutig.

Wie berichtet, schlägt Michael Wörle, Bürgermeister der Stadt Gersthofen, eine ausgebaute Verbindung von der Bundesstraße B2 zur A-8-Auffahrt Augsburg-West vor. Dazu soll eine Spange von Langweid über den Lech und an den Rehlinger Ortsteilen St. Stephan und Oberach vorbei auf die Staatsstraße 2381 führen, um dann den Verkehr über die geplante Umfahrung des Affinger Ortsteils Mühlhausen zur Autobahn zu bringen.

Bürgermeister Winklhofer: Können diese Diskussion überhaupt nicht gebrauchen

Der Affinger Bürgermeister Markus Winklhofer hat gestern seinen Kollegen angerufen und sein „Befremden“ über den Vorstoß mitgeteilt. Der spricht von einem Diskussionsansatz. Aber diese Diskussion kann Winklhofer „derzeit überhaupt nicht gebrauchen“. Schließlich würde die Debatte über die geplanten Affinger Umfahrungen im Norden und im Westen von Mühlhausen schon seit vielen Jahren äußerst emotional geführt. Diese beiden Entlastungsstraßen für seine Gemeinde hätten für ihn absolute Priorität: „Alles andere ist nicht zielführend.“ Wörle betonte gegenüber unserer Zeitung, dass er mit seinem Vorschlag kein Störfeuer in die Affinger Diskussion bringen wolle.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Landtagsabgeordneter Tomaschko: "Völliger Unsinn"

Für den CSU-Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko ist die Idee aus Gersthofen „völliger Unsinn“. Verkehrsprobleme müssten vor Ort gelöst und nicht dem Nachbarn zugeschoben werden. Landrat Klaus Metzger, er wohnt übrigens in Gersthofen, wird auch deutlich: „Wenn Bürgermeister meinen, dass sie ihren Verkehr ins Wittelsbacher Land umleiten können, dann werden sie sich sauber brennen.“

Bürgermeister Gilg: Trasse soll schon im Norden von Langweid beginnen

Langweids Bürgermeister Jürgen Gilg unterstützt dagegen Wörles Vorstoß. Der tägliche Rückstau vom Autobahnknoten Augsburg-Ost gehe auf der B2 schon mindestens bis Stettenhofen. Dass die Nachbarn nicht begeistert sind, ist auch Gilg klar. Er gibt zu: „Da ist schon ein bisschen das Sankt-Florians-Prinzip dabei.“ Sinn mache es seiner Meinung nach nur, wenn die Trasse nördlich der Gemeinde beginnen würde. Das würde aber einen noch deutlich massiveren Eingriff auf das Lechfeld und die Rehlinger Flur bedeuten.

Bürgermeister Wörle: Gersthofen kann alleine nichts ausrichten

Wörle erklärte via Facebook seine Beweggründe: Solange die Ausweichroute aus ganz Nordschwaben durch die Innenstadt von Gersthofen, führe, „müssen wir über Alternativen diskutieren“. Er sieht beim Thema Mobilität alle gefordert: „Wenn wir zum Beispiel über eine Ostumfahrung von Langweid über Augsburg-Ost bis nach Königsbrunn sprechen oder über ein drittes Gleis auf der Strecke Augsburg–Donauwörth, können wir alleine in Gersthofen nichts ausrichten.

Lesen Sie dazu den ausführlichen Artikel: „Wörle-Spange“ soll B-2-Verkehr ins Wittelsbacher Land ziehen

Stimmen Sie ab im Voting:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren