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Politik

07.11.2012

Drittes Gleis: Oswald warnt vor Häppchenlösung

Endstation: Das dritte Gleis endet derzeit bei Neusäß und wird nicht befahren. Bemühungen für einen dreigleisigen Ausbau der Bahn im Kreis waren bislang erfolglos.
Bild: Marcus Merk

Dem Nahverkehr im westlichen Landkreis droht ein Rückschlag. Ausbau der Schiene nur bis nach Diedorf?

Landkreis Augsburg Eduard Oswald sitzt seit 1987 im Bundestag. Da kommen einige Verbindungen zusammen. Was dem Dinkelscherber CSU-Politiker derzeit über seine „Drähte“ ins Verkehrsministerium, wo sein Parteifreund Peter Ramsauer das Sagen hat, zugetragen wird, gefällt Oswald allerdings gar nicht. Er sieht die Gefahr, dass der durchgehend dreigleisige Ausbau der Bahnlinie in Richtung Dinkelscherben unter die Räder kommt.

Oswald zufolge wird die gesamte Strecke zwischen Augsburg und Neu-Ulm neu untersucht. Hintergrund ist die Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans 2015. Nur wer dort drin ist, kann sich Hoffnung auf einen Baubeginn in den den nächsten Jahren machen. Offenbar gibt es aber Überlegungen, das dritte Gleis der Bahnlinie von Augsburg aus in Richtung Westen zunächst nur bis nach Westheim oder Diedorf zu verwirklichen.

Das nun bringt den Heimatabgeordneten auf die Barrikaden, weil er um das wichtigste Nahverkehrsprojekt im westlichen Landkreis fürchtet: regelmäßig im Takt fahrende Nahverkehrszüge nach Augsburg und München. Oswald: „Wer einen Taktverkehr will, muss das dritte Gleis bis Dinkelscherben führen. Man darf sich nicht mit kleinen Schritten zufriedengeben. Sie können allenfalls erste Schritte zum Gesamtkonzept sein, um Fahrplanverbesserungen schon jetzt auf der gesamten Strecke zu erreichen. Das dritte Gleis auf der gesamten Strecke muss das Ziel sein und bleiben.“

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Dieses Ziel freilich verfolgt die regionale Politik schon seit Jahren ohne zählbaren Erfolg. Das berühmte dritte Gleis, das eine regelmäßig verkehrende „regionale S-Bahn“ ermöglichen soll, fehlt auf den Bahnstrecken in Richtung Ulm und in Richtung Donauwörth. Gescheitert ist das Projekt bislang daran, dass Bund und Freistaat die Zuständigkeit hin- und herschoben. Das fehlende Gleis gilt als einer der Hauptgründe für verspätete und überfüllte Züge. In den kommenden Jahren sollen beide Bahnstrecken noch stärker befahren werden.

Paula (SPD) fordert Aufnahme in Millionen-Programm

Vor knapp zwei Jahren hatte Bundesverkehrsminister Ramsauer bei einem Besuch in Augsburg den Hoffnungen neuen Auftrieb verliehen. „Wir arbeiten am dritten Gleis“, schrieb er ins Goldene Buch. Vom Ergebnis dieser Arbeit sei bislang herzlich wenig zu sehen, lästert der Augsburger Abgeordnete Heinz Paula (SPD). Er erhob gestern die Forderung, dass von den 750 Millionen Euro, die auf dem Koalitionsgipfel am Wochenende für Verkehrsprojekte bereitgestellt wurden, auch Geld für das dritte Gleis im Kreis abfallen müsse. (cf)

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