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12.08.2009

Knauer: Regio-Takt der Paartalbahn ist nicht in Gefahr

Aichach-Friedberg Grund zu feiern sieht Landrat Christian Knauer in Sachen Paartalbahn: Von einem Gespräch mit Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) brachte er nach eigener Aussage "tolle bis sensationelle Ergebnisse" mit, die er gestern bei einer Pressekonferenz verkündete: Zum einen soll es für Bahnfahrer ab Dezember, wenn die Bayerische Regiobahn (BRB) den Betrieb der Paartalbahn übernimmt, Verbesserungen am Abend und am Wochenende geben. Zum anderen soll die Strecke ab 2019 elektrifiziert werden. Ein zweites Gleis sei dann überflüssig, so Knauer. "Der Regio-Schienen-Takt ist dadurch aber auf keinen Fall in Gefahr", betonte der Landrat.

Eigentlich sollte ab 2012 ein Doppelspurabschnitt zwischen Dasing und Friedberg gebaut werden. Wegen der hohen Kosten - über 30 Millionen Euro - hätte er aber frühestens 2019 in Angriff genommen werden können, so Knauer. Jetzt habe die Bahn vorgeschlagen, die Strecke zu elektrifizieren und die Geschwindigkeit auf 160 Stundenkilometer (bisher 120 Stundenkilometer) anzuheben. Überholgleise seien dann nicht mehr nötig. Die Kosten seien in etwa gleich hoch. Bei der Elektrifizierung seien die Reisezeiten kürzer, die Züge könnten auf andere elektrische Strecken durchgebunden werden und die Strecke sei auch im Güterverkehr leichter nutzbar.

Angesichts der hohen Kosten könne der Ausbau frühestens 2019 in Angriff genommen werden, so Knauer. Die Bundesmittel für den Nahverkehr seien bis Ende 2018 weitgehend verplant, unter anderem für den Bahnsteig F (für den Regio-Schienen-Takt) am Augsburger Hauptbahnhof. Weil der Vertrag mit der BRB, die Dieselfahrzeuge einsetzt, bis Ende 2019 läuft, sei die Elektrifizierung ohnehin erst nach Ablauf dieses Vertrags möglich. Darüber hinaus soll die Paartalbahn über den Hauptbahnhof hinaus bis Augsburg-Oberhausen verlängert werden. Nötig ist dazu aber der Bahnsteig F. In der anderen Richtung könnte die Strecke bis Ingolstadt-Nord verlängert werden, wo es Anschluss an die Audi-Werksbusse gibt. Auch dort wäre ein zusätzlicher Bahnsteig nötig. Zwischen Schrobenhausen und Ingolstadt soll in Brunnen ein neuer Haltepunkt eingerichtet werden, weil dort das Fahrgastpotenzial mit rund 200 Ein- und Aussteigern pro Tag am höchsten sei. In Edelshausen und Hörzhausen sei das Fahrgastaufkommen zu gering.

Geprüft werde, ob langfristig in Aichach das vorhandene dritte Gleis wieder aktiviert werden kann. Das hatte die Bayerische Regiobahn (BRB), die die Paartalbahn ab 13. Dezember betreibt, gefordert. Später soll das auch in Schrobenhausen, wo ebenfalls ein drittes Gleis vorhanden ist, der Fall sein, so Knauer. Langfristig soll es dann auch einen Bahnhalt in Paar geben und eine Begegnungsmöglichkeit für Züge.

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Auch kurzfristig - sprich: zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember - soll es Verbesserungen geben. Wie mehrfach berichtet, übernimmt dann die Bayerische Regiobahn (BRB) den Betrieb der Paartalbahn, die dann auch in den Regio-Schienen-Takt in der Region Augsburg eingebunden wird. Zwischen Augsburg und Friedberg sollen die Züge ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember von Montag bis Freitag im 15-Minuten-Rhythmus - vier Züge pro Stunde, aber nicht exakt alle 15 Minuten - fahren. Zwischen Augsburg und Aichach im 30-Minuten-Takt. Ein Stundentakt soll auch am Wochenende gelten.

Verbindungen auch am Abend

Neu ist, dass die Verbindungen am Abend ausgebaut werden. War bisher die letzte Abfahrt von Ingolstadt Richtung Augsburg bereits um 20.15 Uhr, so soll diese künftig um 0.15 Uhr sein. Wichtig ist das vor allem für Fernreisende zum Beispiel aus Berlin, die in Ingolstadt umsteigen. Mussten diese bisher um 14.58 Uhr in der Hauptstadt in den Zug steigen, um über Ingolstadt noch ins Paartal zu kommen, so ist die letzte Gelegenheit für sie jetzt um 19 Uhr.

Wie berichtet, will die BRB auf der Strecke nur fabrikneue Fahrzeuge einsetzen. Fahrkartenautomaten soll es auch im Zug geben, nicht nur am Bahnsteig. Einen Brief der Bayerischen Eisenbahngesellschaft des Inhalts, für zusätzliche Gleise sei kein Geld da, habe er übrigens bis dato nicht erhalten, so Knauer. Berichte über ein solches Schreiben hatte in den vergangenen Tagen für Unruhe gesorgt. .

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