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Landkreis Günzburg

25.06.2019

Wo ist denn im Landkreis Günzburg noch Platz zum Bauen?

Blick auf Burgau mit dem Rathaus und angrenzendem ehemaligem Zimmermann-Areal im Stadtzentrum, wo das neue Stadthaus entsteht.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Die Preise steigen, die Flächen werden rar. So sieht die Lage beim Bauen im Landkreis Günzburg aus. Eine Bestandsaufnahme.

Alles ist relativ. Diese Erkenntnis gilt auch bei den Kosten für Immobilien, Baugrundstücke und Mieten. Mancher Bürger im Landkreis Günzburg mag sich angesichts stetig steigender Preise die Augen reiben. Die Menschen in den Großräumen München, Augsburg oder Ulm/Neu-Ulm sind ganz andere Kategorien gewöhnt. Viele von ihnen zieht es deshalb in den preislich günstigeren Landkreis Günzburg, vor allem in die grenznahen Gebiete rund um Burgau und Jettingen-Scheppach im Osten oder Bibertal und Leipheim im Westen. Mit der Folge, dass angesichts der knappen Angebote nicht nur dort die Preise anziehen, wie Regierungsrätin Andrea Holzinger, seit Februar neue Leiterin des Fachbereichs Bauwesen und Umweltschutz am Landratsamt, erklärt.

Um etwa zehn Prozent sind nach Angaben von Andrea Holzinger seit 2016 die Immobilien- und Grundstückspreise im Landkreis nach oben gegangen. Das mag verträglich erscheinen – im Laufe der Jahre läppert sich das. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Vor allem in den grenznahen Gebieten habe es zuletzt „saftige Erhöhungen“ gegeben, erklärt die Abteilungsleiterin – vor allem wegen der zahlreichen Interessenten aus den Regionen Augsburg und Ulm/Neu-Ulm.

Der Markt ist inzwischen "sehr eng"

Der Landkreis Günzburg ist in vielerlei Hinsicht attraktiv. Es gibt Arbeitsplätze, Kindergärten und Schulen aller Art, (Fach-)Kliniken sind ebenso vorhanden wie Angebote für Kultur, Sport und Freizeit. Kurzum, wie Andrea Holzinger sagt: „Ein ländlicher Charme.“ Die Kehrseite dieser glänzenden Medaille: Der Markt für Immobilien und Baugrundstücke sei unter dem Strich inzwischen „sehr eng“.

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Dabei ist in den zurückliegenden Jahren fleißig gebaut worden. Mit Ausnahme der Großen Kreisstadt Günzburg ist das Landratsamt als Genehmigungsbehörde letztlich für alle Bautätigkeiten im Landkreis zuständig. 1449 Vorgänge landeten 2018 auf den Schreibtischen der kreiseigenen Bauabteilung, 2017 waren es 1529, 2016 knapp 1400. Jede Menge Arbeit also, zumal es sich bei den Baueingaben nicht nur um Wohnhäuser, sondern auch um Gebäude für Industrie, Gewerbe und Handel dreht.

Es bauen immer mehr Investoren

Was Wohnhäuser anbelangt, galt lange die Devise: Belichtung, Belüftung, Besonnung. Diese großzügigen Zeiten nach dem Motto „Freie Sicht auf die Alpen“ neigen sich zwangsläufig und vielerorts dem Ende entgegen. Die „reinen Selbstversorger“ geraten nach den Zahlen von Andrea Holzinger in die Minderheit. Selbstversorger heißt: Vater und Mutter besorgen für sich und die Kinder ein Häuschen.

Inzwischen bauen immer mehr Investoren, Häuser werden zunehmend mit Einliegerwohnung oder Anbau realisiert, um über Mieteinnahmen einen Teil der Baukosten refinanzieren zu können. Die Grundstücke und Gärten werden kleiner, die Bebauung wird dichter, nicht selten in der weniger attraktiven „zweiten Reihe“. Andrea Holzinger: „Die Bauherren wollen eine maximale Ausnutzung des Raums.“

Nicht selten sind baurechtliche Grenzen Hindernisse

Dem stehen nicht selten ältere Bebauungspläne der Städte und Gemeinden im Landkreis entgegen. Höhere Kniestöcke, der Ausbau von Dachgeschossen oder der Bau der aktuell gewünschten Toskana-Häuser mit zwei Vollgeschossen stoßen nicht selten an geltende baurechtliche Grenzen.

Gut möglich, dass derlei Einschränkungen künftig gelockert werden müssen – um Bauen und Wohnen auch im relativ günstigen Landkreis Günzburg noch möglich zu machen.

Drei Beispiele unter die Lupe genommen

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