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Corona-Pandemie
10.12.2020

Harter Corona-Lockdown in Bayern wird immer wahrscheinlicher

Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident, fordert noch härtere Maßnahmen im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus.
Foto: Armin Weigel, dpa

Markus Söder will spätestens nach Weihnachten auch die Geschäfte schließen. Eine Vollbremsung wie im Frühjahr soll die Trendwende im Kampf gegen Corona bringen.

Ein harter Lockdown spätestens nach Weihnachten wird immer wahrscheinlicher. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will damit die Corona-Infektionszahlen endlich in den Griff bekommen. „Einfach mal alles runterfahren von den Geschäften bis hin zu den Betriebsferien in vielen Unternehmen“, sagte der CSU-Chef in der ARD. Offen ist, ob alle Bundesländer mitziehen. Immerhin: In Sachsen gelten schon ab Montag massive Verschärfungen. Auch Berlin plant eine Vollbremsung noch im Dezember. Andere Länder wollen zumindest die Lockerungen über die Feiertage zurücknehmen. Womöglich beraten die Ministerpräsidenten doch schon am Sonntag mit der Kanzlerin über eine neue Linie.

Lockdown? Markus Söder will im Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht mehr vorpreschen

Söder gehört zu den Verfechtern einheitlicher Regeln. „Wenn alle mitmachen, wäre das super. Dann hätten wir knapp drei Wochen, in denen wir einfach Kontakte reduzieren können. Eine bessere Zeit als diese Zeit zwischen Weihnachten und 10. Januar wird man im ganzen Jahr nicht mehr finden“, sagte der CSU-Chef. Dass er notfalls auch einen bayerischen Alleingang durchziehen wird, gilt als wahrscheinlich. Doch Söder will offenbar nicht mehr ohne Absprache vorpreschen, nachdem ihm oft vorgeworfen wird, sich damit nur profilieren zu wollen.

Die Kanzlerin hat der bayerische Ministerpräsident auf seiner Seite. Sie kämpft dafür, die Kontakte schon in der Woche vor Weihnachten weiter herunterzufahren, indem etwa die Schulferien vorgezogen werden. So soll das Risiko einer Ansteckung unter dem Christbaum reduziert werden. „Wenn wir jetzt vor Weihnachten zu viele Kontakte haben und es anschließend das letzte Weihnachten mit den Großeltern war, dann werden wir etwas versäumt haben“, sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag.

Das Robert-Koch-Institut rät dringend davon ab, die Einschränkungen an den Feiertagen zu lockern – zumal sich die Lage in den Krankenhäusern schon jetzt zuspitzt. Das Uniklinikum Augsburg verhängte einen Aufnahmestopp mit Blick auf aufschiebbare Behandlungen. Auch in anderen Kliniken in der Region werden Eingriffe verschoben, die nicht unbedingt notwendig sind. Am Mittwoch hatte die Zahl der Menschen, die bundesweit mit oder an Corona gestorben sind, den traurigen Höchstwert von 590 binnen 24 Stunden erreicht.

Der Handel fordert Hilfen im Fall eines Corona-Lockdowns

Doch es sind nicht nur private Kontakte, die zu den hohen Infektionszahlen beitragen. Deshalb will Söder, wie im Frühjahr, auch den Einzelhandel – abgesehen von Ausnahmen wie Supermärkten oder Apotheken – schließen. Die Händler fürchten eine Hängepartie und fordern schon jetzt Entschädigungszahlungen, falls es tatsächlich zum Lockdown kommt. Um die Finanzierbarkeit zusätzlicher Hilfen wird in Berlin hinter den Kulissen allerdings heftig gerungen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

03.01.2021

Weiß dieser Mann eigentlich was er (noch) tut?
Weiß er eigentlich was er dem Volk aufbürdet?
Weiß er eigentlich was dieser ganze Zirkus kosten wird?
Kann er das reinen Herzens und frohen Sinnes verantworten?

Ich müsste deswegen stündlich literweise Baldrian schlucken,
pfundweise Valium einwerfen und könnte mein Bett verkaufen,
weil ich darin keine Sekunde Schlaf finden würde!
Scheint ihn nicht im geringsten zu tangieren und macht unbeirrt
seinen Kurs und Stil weiter bis hoffentlich nicht zum bitteren Ende
dieses Landes und Staates!

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03.01.2021

Bin mit dieser Politik fertig. Zum Glück baut sich etwas Neues auf!

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11.12.2020

Besser jetzt als wenn es zu spät ist.

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11.12.2020

Es bahnt sich eine Bankrotterklärung der politisch Verantwortlichen an.

In Duetschland wird die Pandemie mit den epidemiologischen Methoden des Mittelalters bekämpft. Damals wusste man sich nur mit Quarantänemaßnahmen und Repressionen zu helfen. Heute stehen eigentlich geeignetere Hilfsmittel zur Verfügung. Eine funktionale Tracing-App sucht man bei uns allerdings vergebens. Der Einsatz von Schnelltests wird durch bürokratische Hürden ausgebremst. Das Gesundsheitsamt schreibt seine Briefe mit der Schreibmaschine.

Überhaupt wurde die Situation mit ihren gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten von Anfang an sträflich unterschätzt. Dabei hätte man sich durchaus auf eine Pandemie vorbereiten können. Die WHO hat schon im Jahr 2018 vor "Krankheit X" gewarnt. Am 16.10.2018 gab es dazu auch eine Podiumsdiskussion bei der "Bayerischen Akademie der Wissenschaften" (abrufbar unter https://badw.de/die-akademie/presse/podcast/newsPage/7.html). Die dort vertretenen Wissenschaftler erachteten eine SARS Pandemie schon damals für denkbar. Die Polititker in der Runde konzentrierten sich lieber auf Diabetes und Fettleibigkeit. Als es dann sowiet war wurden die Verantwortlichen eiskalt erwischt und es musste zum ersten Mal die Methode Holzhammer mit ihren verheerenden Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft gewählt werden. Im Sommer feierte man dann schon den Sieg und verlor sich im 14-Tages-Rhythmus in der Verwaltung der kleinen Lockerungen und Verschärfungen. Eine langfristige Strategie, die sowohl die epidemiologischen, als auch die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte der Lage berücksichtigt erachtete man offensichtlich als nicht mehr notwendig.

Der dann aus der Not geborene "Lockdown Light" entwickelte sich letztendlich zum epochalen Fehlschlag auf allen drei oben angesprochenen Gebieten. Die Infektionszahlen und Todesfälle sind weiterhin hoch. Vor allem die mittelständische Wirtschaft hat unter den Folgen der Einschränkungen extrem zu leiden. Wie lange werden Unternehmergeist und Innovationskraft den Kampf um die nackte Existenz noch tragen? Vorschnell versprochene Hilfen kommen nicht an und vergiften durch daraus entstehende Neiddebatten das soziale Klima. Die Gesellschaft ist tief gespalten und in großen Teilen der immer neuen Beschränkungen überdrüssig. Deshalb ist es höchst unsicher, ob schärfere Maßnahmen überhaupt Erfolg haben werden. Wie scharf müssten sie werden, um den zum Götzen erhobenen Inzidenzwert nachhaltig zu beeinflussen? Was kommt als nächstes? Abriegelung? Rationiertes Benzin? Verschiedene gesellschaftliche Gruppen werden gegeinander ausgespielt. Mir graut vor der nächsten Bundestagswahl. Auch uns drohen amerikanische, britische oder italienische Verhältnisse.

Die Politik muss sich nun über Weihnachten zusammen raufen und endlich einen gangbaren Weg durch die Krise finden. Wir stehen epidemiologisch, aber auch gesellschaftlich und wirtschaftlich an einem der viel beschworenen Kipppunkte. Nun muss die Führung des Landes endlich liefern. Sonst droht uns allen auf vielen Gebieten der Absturz.

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11.12.2020

Sie sind auch so einer der Besserwisser, die sich erst im Nachhinein aus der Deckung trauen. Machen sie es doch besser, lassen sie sich aufstellen in ihrer Kommune zum Beispiel als Anfang. Dabei werden sie sehen wie schwer es ist, es jedermann recht zu machen müssen.

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11.12.2020

Das ist Egoismus pur. Die Krankenhäuser laufen voll und einige finden das lächerlich.

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11.12.2020

Diese Krise gibt es vor allem deswegen, weil es zu viele Quer-Nichtdenker und zu wenig Solidarität gibt.
Wieso stoppt man diese Typen nicht, die sich weigern andere zu schützen, indem sie sich selbst ein wenig zurückhalten.
Egoisten!

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11.12.2020

Hab jetzt auch meine Coronazeit hinter mir und ich werde trotzdem meine Maske schön brav aufsetzen und werde mir nie erlauben, einfach raumlaufen und sagen ich bin immun !!! Das sind hier Kommentare, nene.
Finde es denn richtigen Weg jetzt nach Weihnachten den harten Lockdown zu gehen.

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10.12.2020

Ich bin mal sehr auf die Wahlergebnisse der CDU/CSU gespannt, nach diesem lächerlichen Zirkus.

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11.12.2020

Sie werden leider nicht einstellig werden weil die meisten den lächerlichen Zirkus, noch sehr freundlich ausgedrückt, aufgrund einer extremen politischen Sehschwäche nicht erkennen.

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10.12.2020

Was eine Frechheit ist: Ich musste durch eine Infektion durch, hart genug, und jetzt muß ich, immun und nicht ansteckend, immer noch durch jeden Blödsinn, den Politiker (keine Mediziner) auswürfeln..ich werde diesen Blödsinn nicht mitmachen und wenn ich deswegen verwarnt, angeklagt oder was auch immer werde, werde ich jeden einzelnen Punkt gerichtlich überprüfen lassen.

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10.12.2020

So etwas nennt man Solidarität!
Oder eventuell auch Egoismus!

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11.12.2020

Unter der Voraussetzung, dass Sie auch kein Mediziner sind (Ihr Kommentar lässt definitiv darauf schließen), finde ich es schon erstaunlich wie Sie mit dem Leben anderer "würfeln". Wer sagt Ihnen denn, dass Sie (noch) immun und nicht ansteckend sind?

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11.12.2020

Die Politik darf sich eben offensichtliche Fehler erlauben. Der Normalbürger erhielte in diesem Falle eine saftige Quittung - ein Politiker bekommt einen Bonus. That's life!

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11.12.2020

Liegt vielleicht daran, dass man die Infektion auch mehrmals bekommen kann. Ich hatte sie bisher zweimal. Von den Spätfolgen der zweiten - Rückgang der Herz- und Lungenleistung - muss ich mich immer noch erholen.
Wobei ich mich an die Maßnahmen gehalten habe. Sie scheinen also nichts zu taugen.

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11.12.2020

Sehe ich genauso Hera P.!
Ist das Gleiche bei den Automobilen. Trotz Maßnahmen, wie dem Sicherheitsgurt, kommt es weiterhin zu tödlichen Unfällen. Hier scheinen die Maßnahmen wohl auch nicht zu helfen. Ich fahre deshalb nur noch ohne Gurt!

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