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Fußball-Bundesliga

17.01.2020

Zum Start der Bundesliga-Rückrunde: Das ist in den 18 Klubs los

Wolfsburgs Stürmer Wout Weghorst und das VfL-Maskottchen Wölfi zeigen es an: Es geht wieder los in der Bundesliga. Das Eröffnungsspiel bestreiten Schalke 04 und Mönchengladbach.
Bild: Tim Groothuis, Witters

Wir erzählen 18 Geschichten zu 18 Klubs: Vom heißesten Transfer, den coolsten Stürmern, dem Houdini der Trainergilde und dem „Wilden Klaus“. Und Claudio Pizarro.

Endlich, endlich, endlich: Die Bundesliga startet in ihre Rückrunde. Das Titelrennen ist spannend wie nie: Mit RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern rechnen sich drei Teams noch Chancen um die Meisterschaft aus. Auch Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 haben noch Außenseiterchancen. Während Vereine wie Freiburg oder Union Berlin überrascht haben, ist auch im Tabellenkeller noch alles drin.

Selbst der SC Paderborn hat mit 12 Punkten aus den 17 Spielen der Vorrunde noch alle Chancen auf den Klassenerhalt. Werder Bremen, mit großen Hoffnungen gestartet, will möglichst schnell aus dem Tabellenkeller. Und Hertha, der neue "big city club"? Hat sowieso andere Ziele. Eine Übersicht:

Fehlte beim ersten Training im Jahr 2020: RB-Torjäger Timo Werner.
Bild: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
 

RB Leipzig

Wenn da nicht dieser Robert Lewandowski wäre. Oder der Flick Hansi. Generell einfach der FC Bayern. Dann, ja dann würden sich sämtliche Gespräche in der Liga um den torwütigen Timo Werner und dessen ganz offensichtlich genialen Trainer Julian Nagelsmann drehen. Der Coach, der diese Ruckzuck-Mannschaft ruckzuck zu einem Ballspiel-Ensemble erzogen hat.

Prognose Am 16. Mai werden sich viele Gespräche um die Bayern drehen – die am 34. Spieltag zum ersten Mal seit 2012 wieder nicht auf Rang eins stehen. Weil sich dort die Leipziger für ihre erste Meisterschaft feiern lassen.

Marco Rose leitete die erste Gladbacher Trainingseinheit im neuen Jahr.
Bild: Swen Pförtner/dpa

Borussia Mönchengladbach

Wenn da nicht dieser Timo Werner wäre. Oder der Nagelsmann Julian. Dann, ja dann wäre Borussia Mönchengladbach nach den ersten 17 Spielen tatsächlich als Herbstmeister ins Ziel eingelaufen. Und jeder würde darüber sprechen, dass Marco Rose aus den chronisch unter Wert verkauften Gladbachern einen Titelkandidaten gemacht hat – und am Ende sogar den ersten Meistertitel seit 44 Jahren holen könnte.

Prognose Mönchengladbach wird nicht einbrechen – alleine schon deshalb, weil man vorsorglich aus Pokal und Europacup ausgeschieden ist. Zum Titel reicht es aber noch nicht.

Hasan Salihamidzic sieht die Ziele des FC Bayern durch die derzeitige Personallage nicht in Gefahr.
Bild: Matthias Balk/dpa

FC Bayern München

Bis zum Ende solle die Mannschaft um alle drei Titel mitspielen, forderte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Kurz darauf verloren die Münchner 2:5. Gegen den 1. FC Nürnberg. In der Breite ist der Kader zu dünn. Möglicherweise ist die nähere Zukunft der Münchner ja doch von einem Neuzugang abhängig. Auch wenn Salihamidzic genau das verneint. So aber reicht es weder für Champions League noch für die Meisterschaft.

Prognose Den Pokal kennen die Münchner bislang als Zugabe – diesmal wird er zum Trostpreis.

Neu beim BVB: Erling Haaland.
Bild: David Inderlied/dpa

Borussia Dortmund

Im Sommer noch als Klassenprimus gestartet, geriet der BVB zum Hinrundenende immer mehr zum Sitzenbleiber. Die Meisterschaft scheint angesichts von sieben Punkten Rückstand derzeit unwahrscheinlich, statt mit der Herbstmeisterschaft ging es, wie Teammanager Kehl sagte, "mit einem Scheiß-Gefühl in die Pause". Nun soll ein 19-Jähriger der Hoffnungsträger sein: Erling Braut Haaland. Der Norweger ist als der Mittelstürmer eingeplant, der dem Kader bislang gefehlt hat. Ob dem Teenager gleich all das gelingt, was seine Vorgänger Alcacer und Götze versemmelt haben – fraglich.

Prognose Für die Königsklasse reicht es beim BVB.

Wechselt im Sommer zum FC Bayern: Schalke-Torwart Alexander Nübel.
Bild: Tim Rehbein/dpa

FC Schalke 04

Der Wechsel zum FC Bayern sollte für Schalke-Torwart Alexander Nübel der nächste Schritt sein – bislang hat der feststehende Wechsel ihn vor allem befreit: zuerst von seinem Kapitänsamt, dann wohl von seinem Stammplatz. Gut möglich, dass die Personalie in der Rückrunde noch für Ärger sorgt. Mit Michael Gregoritsch kam ein weiterer schwer Erziehbarer in die bisweilen verhaltensauffällige Ballsportgruppe S04 dazu – gut, dass Trainer David Wagner auch ausgebildeter Pädagoge ist.

Prognose Ein Hauch von "Fack ju Göhte" in Gelsenkirchen: Das kann nur in die Euro League führen.

Glaubt weiter an den FC Bayern als deutscher Meister: Leverkusen-Sportchef Rudi Völler.
Bild: Lino Mirgeler/dpa

Bayer Leverkusen

Drei bis fünf Punkte habe man liegen lassen in der Vorrunde, sagt Boss Rudi Völler. Mit Kai Havertz hing das vielleicht größte Talent des europäischen Fußballs in der Vorrunde beträchtlich durch. In der Champions League: Raus in der Vorrunde. Und was wollen die Leverkusener machen? Den im Sommer auslaufenden Vertrag mit Trainer Peter Bosz vorzeitig verlängern.

Prognose Einträchtig geht es an der Champions League vorbei.

Will im Offensiv-Bereich nachrüsten: Hoffenheim-Coach Alfred Schreuder.
Bild: Uwe Anspach/dpa

TSG Hoffenheim

Wer gegen Dortmund und Bayern gewinnt, sollte in der Tabelle weiter oben stehen. Wer gegen Mainz und Augsburg verliert, steht allerdings normalerweise auf einem Abstiegsplatz. Der ehemalige Kapitän Kevin Vogt ist in der Rückrunde kein Mitglied mehr der Hoffenheimer Achterbahn-Truppe. Er wechselte nach Bremen. Bergab kann es da kaum noch gehen.

Prognose Hoffenheim landet vor Vogt.

Christian Streich ist der Trainer der SC Freiburg.
Bild: Uwe Anspach/dpa
 

SC Freiburg

Der geheime Champion des deutschen Fußballs: Bundestrainer samt Co-Trainer, DFB-Präsident und dienstältester Bundesliga-Coach – sie alle sind Freiburger. Dass die Stadt auch bald einen Europapokalteilnehmer stellt – gut möglich. Staatsmännisch-vorbildlich geht’s auf dem Rasen jedenfalls schon mal zu: Nur Dortmund verursachte weniger Fouls als die Mannschaft von Christian Streich.

Prognose Freiburg könnte eine dicke Überraschung gelingen.

Trainer Oliver Glasner hatte die Wolfsburger Spieler zuletzt kritisiert.
Bild: Swen Pförtner/dpa
 

VfL Wolfsburg

Wolfsburg ist so etwas wie das Las Vegas Deutschlands. Also ohne Casinos, Elvis-Hochzeitskapellen, David Copperfield oder sämtlichen Versuchungen, die es so gibt. Aber eben doch auch eine Stadt im Nirgendwo. Statt des Cirque du Soleil hat die niedersächsische Metropole die hiesigen Illusionisten des VfL Wolfsburg zu bieten. Bekanntestes Showelement: Aus wenig viel machen. Schlechtester Sturm der Liga, dafür die beste Defensive – nirgendwo fallen pro Spiel weniger Tore als beim VfL. Das reicht für Platz neun – irgendwo im Nirgendwo.

Prognose Houdini Glasner lässt Erinnerungen an seine Mannschaft nach und nach verblassen – am Ende werden die Spiele nicht mal mehr in der Sportschau gezeigt. Und keiner vermisst irgendwas.

Acht Tore, neun Vorlagen: FCA-Stürmer Florian Niederlechner blickt auf eine starke Hinrunde zurück.
Bild: Ulrich Wagner
 

FC Augsburg

Der FCA ist vor dem Tor bislang mit der Eiseskälte eines Auftragskillers zu Werke gegangen: Die Mannschaft von Martin Schmidt gab die zweitwenigsten Torschüsse aller Bundesliga-Teams ab (182, nur Hertha war mit 169 Versuchen noch sparsamer) – und hat trotzdem die sechstmeisten Tore der Liga erzielt. Kein anderer Klub ist so effektiv. Vor allem Florian Niederlechner (er benötigte gerade einmal 44 Schüsse für acht Tore) hat die Lizenz zum Jubeln.

Prognose Bleibt Niederlechner fit und der FCA eiskalt, hat der Klub keine Abstiegssorgen.

Glaubt an den Klassenerhalt mit Union Berlin: Neuzugang Christian Gentner.
Bild: Andreas Gora (dpa)
 

Union Berlin

Die Alte Försterei schien zum Austragshaus der Bundesliga zu werden. Ihren Karriere-Höhepunkt hatten Christian Gentner, Neven Subotic und Anthony Ujah schon vor einiger Zeit gehabt. Weil aber in der romantischen Geschichte vom Underdog und den verrückt-liebenswerten Fans einfach alles gelingt, machen sich nicht etwa Geschwindigkeitsdefizite der Senioren bemerkbar, sondern ihre Erfahrung.

Prognose In jeder Liebesgeschichte gibt es auch schwierige Zeiten. Es reicht aber fürs Happy End: Klassenerhalt.

Jürgen Klinsmann will Hertha BSC mittelfristig in den Europapokal führen.
Bild: Andreas Gora/dpa
 

Hertha BSC Berlin

Nein, langweilig ist es jetzt wirklich nicht mehr bei der Hertha: Neu-Trainer Klinsmann brachte zu seinem Amtsantritt eine Busladung aus Co-Trainern, Experten und Feng-Shui-Beratern mit. Die Ansprüche sind gewachsen: Ein "big city club" wolle man sein. Das zeigt sich auch am Performance Manager (ja, heißt wirklich so) Arne Friedrich. Der wurde im Trainingslager in Florida gefragt, ob das ganze Projekt nicht etwas größenwahnsinnig sei. Friedrichs lapidare Antwort: Ja, klar. Wörtlich lautet das so: "Wir wollen uns größenwahnsinnige Ziele stecken." Verständlich, dass da nicht immer Zeit dafür ist, eine Trainerlizenz zu verlängern.

Prognose Die Rückrunde verspricht beste Unterhaltung – vor allem dann, wenn der "big city club" in Abstiegsnot gerät.

Frankfurts Martin Hinteregger (l) freut sich über das Tor zum 4:1.
Bild: Hasan Bratic/dpa
 

Eintracht Frankfurt

Die Mitglieder der einstigen Büffelherde befinden sich an der Trophäenwand europäischer Großklubs. Die Hessen der Saison 2019/20 laufen nicht Gefahr, dass mit Geldbündeln nach ihnen geworfen wird.

Prognose Abwehrspieler Martin Hinteregger gewinnt die vereinsinterne Torjägerkanone.

Neuer Trainer in Mainz: Achim Beierlorzer.
Bild: Roland Weihrauch/dpa
 

FSV Mainz 05

Ganz oder gar nicht – zwischendrin gibt es nicht in Mainz. Die einzige Mannschaft ohne Unentschieden verschrieb sich erst vollkommen Sandro Schwarz, bis es schließlich gar nicht mehr ging. Es übernahm mit Achim Beierlorzer ein Mann, der für Zwischentöne offen ist.

Prognose Es wird langweiliger in Mainz – aber es reicht für den Klassenerhalt.

Kölns Trainer Markus Gisdol.
Bild: Andreas Gora (dpa)

1. FC Köln

Das Fazit von Armin Veh, bis Anfang November Geschäftsführer beim Aufsteiger, war eindeutig: "In Köln können Sie Karneval feiern." Das mit dem Fußball ist manchmal schon schwieriger. Erst zum Ende hin fing sich die Mannschaft – dafür umso erfolgreicher. Wenn es nach den Kölnern gegangen wäre, hätte die Rückrunde diese Saison sogar ausfallen sollen: In den fünf Spielen vor der Pause holte der Effzeh mehr Punkte als in den zwölf Partien davor.

Prognose Es reicht knapp für den Klassenerhalt.

Trifft derzeit gut für Fortuna Düsseldorf: Stürmer Rouwen Hennings.
Bild: Roland Weihrauch/dpa
 

Fortuna Düsseldorf

Was machen die Düsseldorfer eigentlich, wenn sich Rouwen Hennings verletzt? Der hat elf der 18 Hinrunden-Treffer erzielt . Ohne den Stürmer würden schon jetzt die Planungen für die zweite Liga laufen.

Prognose Friedhelm Funkel lässt Hennings rund um die Uhr bewachen. Es reicht dennoch nicht.

Claudio Pizarro posierte auf einem Boot mit einer Bierdose in der Hand.
Bild: Carmen Jaspersen/dpa
 

Werder Bremen

Man kann Claudio Pizarro einfach nicht böse sein. Werder-Manager Frank Baumann hat es versucht. Der wollte den quietschfidelen Sturm-Opa maßregeln, weil der aus dem Thailand-Urlaub ein Grinsebild mit Bierdose gepostet hatte. Passt halt nicht, wenn man mit der schlechtesten Abwehr auf einem Abstiegsplatz steht. Aber am Schluss hat der Peruaner seinen Manager doch um den Finger gewickelt.

Prognose Werder schafft den Klassenerhalt in der Relegation. Das entscheidende Tor gelingt Pizarro. Darauf ein Dosenbier.

Paderborns Kapitän Klaus Gjasula hofft weiter auf den ersten Bundesliga-Sieg in dieser Saison.
Bild: Friso Gentsch/dpa

SC Paderborn

Kaum zu glauben, aber in einer Statistik ist Paderborn top – und dafür ist die Nummer 8 des SCP verantwortlich. Klaus Gjasula sticht nicht nur deswegen heraus, weil er präventiv mit einem Helm spielt, sondern auch fleißig Gelbe Karten sammelt: Zehn Verwarnungen in 16 Bundesliga- und zwei Pokalpartien sammelte der "Wilde Klaus". Mit dem SCP verfolgt Gjasula ein ambitioniertes Projekt: Der Aufsteiger spielt nicht wie einer, sondern sucht sein Heil im Offensivfußball. Obwohl das bislang mäßig erfolgreich war, denkt niemand in Paderborn daran, das zu ändern.

Prognose Paderborn bleibt sich treu: Seit sieben Jahren wechselt der Klub jedes Jahr die Spielklasse.

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