Newsticker

Merkel betont Notwendigkeit weiterer Corona-Beschränkungen
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Drei Stimmkreise und jede Menge Kandidaten

Wahlen

14.10.2017

Drei Stimmkreise und jede Menge Kandidaten

Wer kandidiert im Landkreis Augsburg für einen der Sitze im Bayerischen Landtag? Einige Parteien haben schon nominiert, andere überlegen und diskutieren erst noch. Gewählt wird in Bayern nächstes Jahr.
Bild: Ralf Lienert

Wenn es um Landtag und Bezirkstag geht, wird die Lage im Landkreis immer ein wenig unübersichtlich. Wir erklären, warum, und versuchen trotzdem, für Durchblick zu sorgen

Kaum ist der neue Bundestag gewählt und noch nicht einmal zusammengetreten, werden schon die Weichen für den nächsten Wahlkampf gestellt. Wer bei der Landtagswahl 2018 ins Rennen geht, steht bei vielen Parteien schon fest oder entscheidet sich in den nächsten Wochen. Nur die Freien Wähler und die AfD nehmen sich noch Zeit – bis zum Frühjahr soll aber auch dort klar sein, wer die Kandidaten sind.

Von denen gibt es im Landkreis Augsburg besonders viele, weil der Landkreis in drei Stimmkreise zerfällt. Der größte Teil gehört zu Augsburg-Land Süd. Die Städte Neusäß und Gersthofen bilden zusammen mit einem Teil Augsburgs Augsburg West. Und die Kommunen nördlich der Autobahn (mit Ausnahme von Adelsried und Gersthofen) bilden zusammen mit dem Kreis Dillingen den Stimmkreis Augsburg-Land, Dillingen.

Hier ein erster Überblick über die Lage:

Dort hat bisher erst einer seinen Hut offiziell wieder in den Ring geworfen. Die Delegierten der Christsozialen der Kreisverbände Dillingen und Augsburg-Land haben Georg Winter, der im Januar 67 Jahre alt wird, einstimmig als Direktbewerber im Stimmkreis Augsburg-Land, Dillingen nominiert. Ebenso wird der Wertinger CSU-Bezirksrat Johann Popp wieder für den Bezirkstag kandidieren. Winter, der seit 27 Jahren im Landtag ist, sagte gegenüber unserer Zeitung: „Ein ganz wesentlicher Grund für meine Motivation, weiterzumachen, ist, dass wir ein attraktiver ländlicher Raum mit Zukunft bleiben. Entscheidend hierfür ist, dass unsere Region mit den großen Zentren besser vernetzt ist.“ In den nächsten Jahren gelte es, die Verkehrsinfrastruktur bei Bahn, Bus und Straße weiter zu verbessern.

Süd Für die CSU (siehe Artikel auf Seite eins) wird es voraussichtlich Carolina Trautner sein, für die SPD wahrscheinlich wieder Herbert Woerlein, der vor vier Jahren ihr härtester Konkurrent war. Er sagt: über seine ersten vier Jahre im Landtag. „Es war eine spannende Zeit, in der wir viel auf den Weg gebracht haben.“ Außerdem: „Es stimmt nicht, dass Opposition Mist ist.“

Trotz der Wahlniederlage seiner Partei bei der Bundestagswahl ist Woerlein guter Dinge, dass er auch 2018 wieder in den Landtag einziehen wird. Er sehe zwar „dramatische Entwicklungen“ mit Blick auf die AfD, die auch in seinem Wahlkreis zum Teil stärker abgeschnitten hat als die SPD. Allerdings führe er das nicht auf sich selbst zurück. Auch seine Partei stärke ihm weiter den Rücken, so Woerlein.

Apropos AfD. Sie hat noch keinen Zeit- und Fahrplan für ihre Kampagne zu den Landtagswahlen beschlossen. Aber mit der Partei werde auch im Augsburger Land zu rechnen sein, sagte ihr Kreisvorsitzender Christian Bolsinger gestern: „Wir sind dabei.“

Ganz sicher mit dabei im Wahlkampf ist Christian Toth von der FDP. Während der Stadtrat aus Königsbrunn, der sich für den Landtag bewirbt, noch vergleichsweise neu ist im politischen Geschäft, hat Manfred Buhl schon einige Hochs und Tiefs mit den Liberalen erlebt. Er will seinen Sitz im Bezirkstag verteidigen.

Bei den Grünen im Landkreis scheint es auf Max Deisenhofer hinauszulaufen. Der Lehrer stammt aus Krumbach, ist Mitglied im Günzburger Kreistag und im Bezirksvorstand der schwäbischen Grünen. Kommende Woche ist Nominierungsversammlung in Königsbrunn und ein Gegenkandidat bislang nicht in Sicht.

Weniger im Blickpunkt steht die gleichzeitig stattfindende Wahl zum Bezirkstag. Dabei steht das Gremium vor einer großen Zäsur, und das wird heute im Pfarrzentrum von Dinkelscherben deutlich. Für die Nachfolge von Jürgen Reichert als Bezirkstagskandidat bewerben sich Matthais Neff und der Bobinger Klaus Förster.

Bezirkstagspräsident Reichert, der diesem Gremium bereits seit 1998 angehört und seit 2003 dessen Präsident ist, hatte im Mai dieses Jahres verkündet, dass er kein fünftes Mal mehr antreten werde. Wer Nachfolger des Bobingers als „Chef“ des Bezirks werden soll, ist bislang offen. Häufig genannt wird der Name Martin Sailer (CSU). Der Augsburger Landrat will sich gegen Ende des Jahres äußern.

Die CSU im Wahlkreis 702, in dem auch Neusäß und Gersthofen liegen, hat sich schon vor einige Monaten festgelegt. Johannes Hintersberger wurde am 17. Juli bestätigt und wird somit 2018 wieder als Direktkandidat antreten. Die Delegiertenversammlung gab ihm 81 von 84 Stimmen. Sein Wiedereinzug in den Bayerischen Landtag ist somit fast sicher. Auf derselben Versammlung wurde auch Landrat Martin Sailer als Direktkandidat für den Bezirkstag wiedergewählt. Die SPD im Wahlkreis Augsburg West setzte gestern Abend wieder auf den Neusässer Harald Güller und Bezirksrat Volker Thumser für den Bezirkstag. Bei den Grünen war bis zuletzt offen, wer das Rennen macht.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren