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Landkreis Augsburg

28.01.2021

Nach Corona-Ausbrüchen: Aufatmen in den Pflegeheimen im Kreis Augsburg

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer zeigt Wirkung: Das Coronavirus wütet nicht mehr in den Pflegeheimen im Landkreis Augsburg.
Foto: Marcus Merk

Plus Mehrere Pflegeheime im Landkreis Augsburg hatten mit schweren Corona-Ausbrüchen zu kämpfen. Jetzt gibt es eine erste Entspannung. Wie weit der Stand bei den Impfungen der Bewohner ist.

Das Lohwaldheim der Diakonie Augsburg war die erste Pflegeeinrichtung im Landkreis Augsburg gewesen, die mit dem Coronavirus zu kämpfen hatte. Heute, drei Monate später, sind 97 Prozent der Bewohner in der Einrichtung in Neusäß geimpft. Die Lage in den Heimen habe sich entspannt, sagt eine Sprecherin des Diakonischen Werks Augsburg (DWA). Nur in einem Haus der Diakonie gebe es zurzeit noch Corona-Kranke.

Im Paul-Gerhardt-Haus in Gersthofen sind eine Mitarbeiterin und sechs Bewohner infiziert, keiner von ihnen musste bisher ins Krankenhaus. Alle Senioren in den DWA-Häusern haben bereits die zweite Impfung hinter sich. Da im Paul-Gerhardt-Haus viele Bewohner infiziert waren, konnten sie nicht geimpft werden. Im Schlößle (Stadtbergen) wurden 80 von 90 Bewohnern geimpft. Da die zweite Spritze erst zwei Tage her ist, gibt es vonseiten der Diakonie noch keine abschließende Einschätzung, ob das Vakzin sich positiv auswirkt.

2001 Landkreisbürger haben die Zweitimpfung

Im Landkreis Augsburg haben laut Gesundheitsamt bisher 2001 Personen die Zweitimpfung erhalten. Eine erste Einschätzung zeige, dass Infektionen, die nach der ersten Impfung aufgetreten sind, milder verlaufen als vor den Impfungen. Es gebe zwar trotzdem noch Bewohner, die an der Infektion sterben, aber die Ausbrüche, die nach der ersten Impfung in einer Einrichtung aufgetreten sind, seien von der Anzahl her weniger folgenreich, so Sprecher Jens Reitlinger.

Im schwer vom Coronavirus getroffenen Seniorenheim St. Albert in Zusmarshausen ist die Lage mittlerweile weniger dramatisch. "Am Montag kommen die Letzten aus der Quarantäne“, sagt Heimleiter Wolfgang Lichtblau. Kurz vor Weihnachten brach das Virus in seiner Einrichtung aus. Dutzende Bewohner infizierten sich in kürzester Zeit. Einige von ihnen starben im Verlauf der Krankheit. Auch etliche Mitarbeiter, die im direkten Kontakt zu den Bewohnern stehen, wurden positiv getestet. Laut Lichtblau hatten sich von den 97 Mitarbeitern bis Mitte Januar rund 60 infiziert. "Der Krankheitsverlauf ist ganz unterschiedlich“, sagt er.

Die Bundeswehr hilft weiter im Heim in Zusmarshausen

Weil viele Pflegekräfte ausfielen, fehlte es im Seniorenheim massiv an Personal. Landrat Martin Sailer startete einen Hilferuf. Noch immer ist die Bundeswehr vor Ort, um bei der Arbeit zu unterstützen. Lichtblau geht davon aus, dass sich bis Ende Februar die Lage insoweit stabilisiert hat, dass diese Unterstützung nicht mehr notwendig ist. Das Diakonische Werk sucht aktuell für alle Häuser nach medizinisch affinen Aushilfskräften, die beim Testen unterstützen.

Senioren sind bei der Impfpriorisierung ganz oben.
Foto: Marcus Merk

Das Seniorenheim in Zusmarshausen war das letzte im Landkreis, in dem geimpft wurde. Während Bewohner in Quarantäne waren, ging das nicht, erklärt Lichtblau. Noch immer sei unklar, ob diejenigen, die bereits Corona hatten, noch geimpft werden. Lichtblau: "Da ist sich die Wissenschaft nicht einig.“ Ein Arzt habe ihm erklärt, dass diese Bewohner eine Immunität aufgebaut haben. Fest steht aber, dass es noch einen weiteren Impftermin im Seniorenheim geben soll.

Erleichterung im Kursana-Seniorenheim in Bobingen

Im Kursana-Seniorenheim in Bobingen ist aktuell nur noch ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. "Wir sind erleichtert, dass die Infektionszahlen deutlich gesunken sind“, teilt eine Kursana-Sprecherin auf Nachfrage schriftlich mit. Anfang des Jahres hatten sich innerhalb von zwei Wochen 61 der 86 Bewohner mit dem Virus infiziert.

13 Menschen mit teils schweren Vorerkrankungen sind im Zusammenhang mit Corona gestorben. Mitte Januar wurden Bewohner und Mitarbeiter gegen Corona geimpft. Auch in den Wertachkliniken scheint sich die Lage zu beruhigen. "Nach wochenlanger hoher Belastung herrscht seit einigen Tagen Entspannung auf der Normalstation“, so Klinikchef Martin Gösele. Die Intensivstationen seien nach wie vor stark ausgelastet, aktuell jedoch weniger mit Covid-Patienten. Am Freitag bekommen viele Mitarbeiter ihre zweite Impfung.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar Pflegeheime im Landkreis Augsburg: Erste Schritte zur Normalität

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