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Gersthofen

20.10.2020

So stoppte die Polizei das illegale Autorennen auf der A8 bei Gersthofen

Die Geschwindigkeiten der 13 Autos mit Schweizer Kennzeichen waren wohl extrem hoch, wie Zeugen berichten.
Bild: Frank Rumpenhorst, dpa (Symbolbild)

Plus Beamte der Autobahnpolizei in Günzburg und Gersthofen haben am Sonntag ein illegales Autorennen auf der A8 gestoppt. Wie der Einsatz ablief.

Die Geschwindigkeiten der 13 Autos von Audi und BMW mit Schweizer Kennzeichen waren wohl extrem hoch: "Der Zeuge war mit 120 Stundenkilometern unterwegs und meinte, er hat das Gefühl auf der Autobahn zu stehen, als er überholt wurde", erzählt Josef Sitterer Chef der Autobahnpolizei in Gersthofen. Als der Notruf seine Kollegen erreichte, waren die Autos auf der A8 zwischen den Autobahnkreuzen Augsburg Ost und West. Bis die Polizei eingreifen konnte seien die Schweizer bereits bei Zusmarshausen gewesen. Dort war aber keine Streife unterwegs.

Gruppe von Schweizern beendet Urlaub mit illegalem Autorennen auf A8

Die Gersthofer riefen die Kollegen aus Günzburg zur Hilfe, die zwei eidgenössischen Raser mit einer halbseitigen Straßensperrung abfangen konnten und zum Verhör nach Gersthofen brachten. Die Gruppe hatte Urlaub in München gemacht und auf der Heimfahrt in Ingolstadt gehalten. Von dort hatten sie das Rennen nach Hause begonnen. Ein Mitglied der Gruppe gab an bereits seit drei Tagen wach zu sein: "Es gab aber keine Hinweise auf Drogen- und Medikamenteneinfluss", sagt Sitterer. Trotzdem untersagte die Polizei ihm die Weiterfahrt.

Die beiden festgenommenen Rennfahrer waren geständig. Die Polizisten konnten zudem noch die Kennzeichen von sieben weiteren Fahrzeugen aus der Gruppe in Erfahrung bringen. Gegen die Fahrer soll nun ermittelt werden. Zwar haben sie weder Dinge noch Menschen bei ihrem Rennen beschädigt. "Gefährdet wurde wohl auch niemand", sagt Sitterer. Trotzdem wird ihnen ein "Verbotenes Kraftfahrzeugrennen" zur Last gelegt. Damit droht ihnen laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Schweizer Raser toben sich gerne auf deutschen Autobahnen aus

Wie Sitterer berichtet, sind solche Autorennen auf der A8 durchaus nichts Ungewöhnliches. An einen Fall mit einer so großen Gruppe noch dazu mit Schweizer Kennzeichen kann er sich in seinem Einsatzgebiet aber nicht erinnern. "Je näher sie an die Schweiz gehen, desto öfter kommt das allerdings vor", sagt Sitterer. Es gebe viele Schweizer, die sich dazu entschließen, ihre Autos auf deutschen Autobahnen "auszufahren". "Das Ziel dieser Besuche ist es auf der Autobahn zu rasen", sagt er.

Auch im Augsburger Land kommen diese Rennen gelegentlich vor. Jüngst wurde ein Video-Blogger in Augsburg wegen versuchter Nötigung verurteilt, weil er mit 310 Stundenkilometern über die A8 gefahren war und Autos vor ihm gedrängelt hatte. Angeklagt war er wegen verbotenen Autorennen. Richter Kai Mütze sah diesen Tatbestand aber nicht als erfüllt, weil das Tempo auf dieser Strecke grundsätzlich erlaubt sei. Aufmerksamkeit war ihm durch seine Raserei gewiss: Er filmte das Ganze und erreichte damit auf Youtube Millionen von Zuschauern.

Einem weiteren Autofahrer wurde ein Autorennen auf der A8 bei Dasing zur Last gelegt. Vor Gericht behauptete der Anwalt des Angeklagten, dass er wegen einer Darmerkrankung "einen krampfhaften Druck im Darm verspürt" habe und dringend bei der nächsten Ausfahrt halten wollte. Hier wurde das Urteil vorerst vertagt.

Die Polizei erhält immer wieder Anrufe über illegale Autorennen. Zuletzt berichtete unsere Zeitung über einen solchen Fall, der im August in Thierhaupten stattgefunden haben soll. Ein Anwohner hatte beobachtet wie zwei Fahrer von hochmotorisierten Fahrzeugen auf dem Festplatz in Thierhaupten ihre Runden gedreht hatten. Beide entkamen.

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