Gersthofen

28.08.2018

Nur nicht unterkriegen lassen

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Gleich von zwei Aindlingern wird hier Gersthofens Stefan Schnurrer, der nach langer Verletzungspause erstmals in dieser Saison dabei war, begraben. Doch der TSV ließ sich im Derby nicht unterkriegen und kam mit der letzten Aktion zum 1:0-Siegtreffer. 
Bild: Andreas Lode

Der TSV Gersthofen geht in der letzten Viertelstunde volles Risiko und wird belohnt. Wie der TSV Meitingen zu einer „kostengünstigen Urlaubsvertretung“ kam

Noch drei Wochen Ferien – das nutzen viele aus, um noch ein paar Urlaubstage einzulegen. Landauf, land ab beklagen deshalb auch die Vereine, dass ihre Spieler noch ein wenig die Füße hochlegen. In Scharen frönen die Kicker des TSV Meitingen dem süßen Nichtstun, was Abteilungsleiter Torsten Vrazic ziemlich auf den Keks geht. So musste man mit lediglich zwei Auswechselspielern, einer davon Benjamin Sörgel aus der eigenen A-Jugend, zum SV Donaumünster fahren und handelte sich beim 2:2-Unentschieden eine gefühlte Niederlage ein. „Das ist hausgemacht. Wir haben uns selber geschlagen“, so Vrazic. „Da wurden vor der Saison auch von den Spielern hohe Ziele ausgegeben, die mutwillig aufs Spiel gesetzt werden“, ärgert er sich über die Urlaubsplanungen der Seinen. Auch die Reserve wurde deshalb beim TSV Welden mit 0:6 abgewatscht. „Das ist Wahnsinn, wer alles gefehlt hat! Das werde ich mit nicht mehr gefallen lassen“, kündigte Vrazic an.

Während der zuletzt überragende Torhüter Daniel Wagner diesmal beide Treffer auf seine Kappe nehmen musste (Vrazic: „Das 2:2 ist aus über 50 Metern gefallen.“), gab es auch einen Lichtblick: Emmanouil Chouiloulidis. Der 20-jährige Grieche kam durch Beziehungen von Trainer Paolo Mavros nach Meitingen, wollte nach eineinhalbjähriger Verletzungspause zunächst nur mittrainieren. „Er hat eine gute Ausbildung“, hält Vrazic große Stücke von dem Abwehrspieler, der für den FC Stätzling schon zwei Landesligaspiele absolviert hat und ablösefrei an den Lech kam. „Und er ist eine kostengünstige Urlaubsvertretung“, fügt er augenzwinkernd hinzu.

Mit der letzten Aktion des Spiels kam der TSV Gersthofen im Derby gegen Landesliga-Absteiger TSV Aindling zu einem 1:0-Sieg. „Wenn man durch ein Tor zu diesem Zeitpunkt gewinnt, ist das natürlich glücklich“, freute sich Florian Fischer, der Spielertrainer der Ballonstädter. „Aber wir waren über das gesamte Spiel gesehen die besser Mannschaft mit den besseren Chancen. Aindling war ja nur hinten drin gestanden. In der letzten Viertelstunde haben wir dann volles Risiko auf Sieg gespielt.“ Deshalb sei der Dreier absolut verdient. „Das war auch wichtig für den Kopf, weil wir gesehen haben, dass wir bis zum Schluss alles in der Hand haben.“

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Dass die Gersthofer im vierten Spiel hintereinander ohne Gegentor geblieben sind, freut Florian Fischer natürlich auch: „Wir haben bis auf ein, zwei Wackler gut verteidigt. Aindling ist nur zu Chancen gekommen, wenn wir Fehler im Spielaufbau gemacht haben. Nun müssen wir konzentriert weitermachen und in Position bleiben.“ Sprach’s, und machte sich auf den Weg, um in der Partie Adelzhausen gegen Glött die nächsten Gegner zu beobachten.

In der durch viele Verlegungen verzerrten Kreisliga Augsburg hat der TSV Neusäß erst drei Spiele absolviert, dabei aber noch kein einziges Gegentor hinnehmen müssen. Die Defensivspezialität hob auch Charly Pecher nach dem 1:0-Sieg beim FSV Wehringen explizit hervor: „Wir stehen hinten richtig gut. Es freut mich ungemein für meine Jungs, dass sie sich für ihre intensive Arbeit belohnen.” Bis weit in die zweite Halbzeit hinein deutete allerdings vieles auf eine 0:0-Partie hin. Chancen waren Fehlanzeige, beide Keeper verlebten einen relativ ruhigen Nachmittag. Doch in der 70. Minute brachte eine Kooperation zweier Joker die Entscheidung. Akif Dogan bediente den ebenfalls eingewechselten Torschützen Sascha Tesic. Trotz des Erfolgs gibt es für Pecher keinen Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen: „Wir müssen weiter hart arbeiten. Vor allem daran, mehr Chancen zu kreieren und diese besser zu verwerten.“

„Der TSV Zusmarshausen zählt für mich zu den Favoriten um die Meisterschaft“, schreibt Oliver Haberkorn, der Trainer der SpVgg Westheim, vor dem Derby in der Stadionzeitung Kobel-Echo. Doch nach vier Spielen wartet die namhaft verstärkte Truppe von Trainer Christian Ludl noch immer auf den ersten Sieg, liegt mit zwei Punkten nicht nur hinter den Erwartungen zurück sondern auch auf einem Abstiegsplatz. Dabei schien man auf dem Kobel auf einem guten Weg, konnte zweimal in Führung gehen. Pech, dass mit Ilkay Hakarek, dem Mann der ersten Viertelstunde und Schütze des 0:1, ein weiterer Kicker verletzt ausscheiden musste. Nach einem zweifelhaften Foulelfmeter zum 2:2 gerieten die Grün-Weißen auf die Verliererstraße. „Der Elfer war schon streitwürdig“, räumt sogar Oliver Haberkorn ein, „aber natürlich gut für uns.“ Den 4:2-Sieg seiner Truppe hält er jedoch für verdient: „Wir waren in der zweiten Halbzeit klar überlegen und hätten noch mehr Tore machen müssen.“

Zwei 0:8-Klatschen Beim SSV Neumünster

Wenn der SSV Margertshausen II gegen die DJK Augsburg-West II mit 16:0 gewinnt, dann hat das in der fast ausschließlich mit Reserven bestückten B-Klasse West irgendwie den Charakter eines Hobbykicks. Wenn jedoch in der Kreisliga eine Mannschaft 0:8 verliert, dann sollten alle Alarmsirenen schrillen. So geschehen beim SSV Neumünster-Unterschöneberg, der gegen den FC Günzburg eine solch deftige Klatsche kassierte. Auch die „Zweite“ gab es in der B-Klasse West IV gegen den TSV Wittislingen eine 0:8-Pleite. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Aufsteiger derzeit das größte Lazarett in der Kreisliga West stellt. Lukas Lawson (Meniskus), David Lörcher (Achillessehne), Manuel Heinle (Muskelverletzung), Kai Rauner (Wadenbeinbruch) und Patrick Neubauer (Achillessehne) sind außer Gefecht.

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