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Gemeinderat in Mering

26.03.2015

Mering sagt Nein zur Osttangente

Mitten durchs  Naturschutzgebiet könnte die Trasse für die Osttangente führen. Das ist nur ein Grund, warum sich Widerstand regt.
Bild: Archivbild Schlickenrieder

Eine gemeinsame Resolution sollte das Großprojekt für die Region Augsburg vorantreiben – Warum die Mehrheit im Gremium blockiert.

Das  Staunen stand den Grünen nach der Abstimmung ins Gesicht geschrieben. Die Mehrheit des Meringer Marktgemeinderates weigert sich, die Resolution für eine neue Osttangente im Großraum Augsburg zu unterzeichnen. Das hatte die Fraktion der Umweltschützer kaum zu hoffen gewagt. Doch auch in der CSU-Fraktion waren die Bedenken gegen das gigantische Straßenbauprojekt groß.

Die Osttangente ist als vierspurige Verbindung von der Autobahn A8, Anschlussstelle Derching, bis zur B 17 bei Königsbrunn gedacht. Um die Aussichten für dieses 180 Millionen Euro teure Großprojekt zu verbessern, sollten die Kommunen Friedberg, Königsbrunn, Kissing, Mering und der Landkreis eine gemeinsame Resolution unterzeichnen. Starker Widerstand formiert sich bereits in Königsbrunn. Dort gründete sich eine Interessensgemeinschaft gegen die Pläne für die Osttangente. Mit dem negativen Votum aus Mering verschlechtern sich die Aussichten, dass das Projekt überhaupt in den vordringlichen Bedarf beim Verkehrswegeplan aufgenommen wird.

Georg Resch (CSU) schilderte die Stimmung in seiner Fraktion als gespalten, wobei die Ablehnung überwiege. Er plädierte dafür, die Abstimmung über die Resolution zu vertagen und sich mehr Zeit zu geben, um das Thema auszudiskutieren und auch mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Für eine Verschiebung erhielt Resch jedoch keine Mehrheit. Deswegen erklärte er seine persönliche Position, die von der CSU-Meinung abweicht. Er wäre nämlich für die Resolution. Resch verwies darauf, dass Mering weiter stark wachsen werde. „Deswegen müssen wir schauen, dass wir unseren Verkehr regeln.“ Die Osttangente beschneide Mering dabei nicht in den Wachstumsmöglichkeiten. Außerdem sieht Resch sehr wohl eine Verpflichtung für die Region.

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Ganz klar ablehnend äußerten sich die Grünen. Klaus Becker führte an, dass die Straße durchs Wasserschutzgebiet verlaufen würde und damit seiner Ansicht nach niemals genehmigungsfähig wäre. Außerdem verwies er auf den Widerstand in Königsbrunn. Barbara Häberle erinnerte an die Erholungsgebiete am Weitmannsee und am Lech, die durch die neue Straße abgeschnitten würden. Sie nannte die Fortschritte bei der Lech-Renaturierung und das Projekt Licca Liber: „Ich verstehe nicht, wie man das plötzlich alles hinschmeißen kann“, sagte sie.

Für eine Unterschrift auf der Resolution plädierte Bürgermeister Hans-Dieter Kandler. Sobald das Nadelöhr Kissing umgangen sei, habe man in Mering eine wesentlich bessere Anbindung und sei in zehn Minuten auf der A8. Das werde sich für Gewerbeansiedlungen positiv auswirken, prophezeite Kandler. Außerdem erinnerte er an die gute Zusammenarbeit in der Region, als es darum ging, das Gymnasium nach Mering zu bringen. „Ich glaube, es gehört sich, dass wir jetzt die Umfahrung für Kissing unterstützen“, sagte er. Außerdem verwies er darauf, dass eine Aufnahme in der vordringlichen Bedarf nötig sei, um überhaupt die vielen Detailfragen zum Projekt beantworten zu können. „Die Region muss hier mit einer Stimme sprechen, sonst fährt der Zug ohne uns ab“, befürchtete er. SPD-Fraktionsvorsitzende Irmgard Singer-Prochazka schloss sich seiner Haltung an und sprach von einer Verkehrsentlastung für Kissing und für den Meringer Ortsteil St. Afra.

Aus der Sicht eines Landwirts kritisierte Martin Scherer (CSU) die Pläne scharf: „Vom Lechfeld bleibt nichts mehr übrig, wenn da eine vierspurige Autobahn durchgeht.“ Man ziehe damit auch einen wahnsinnigen Verkehr an Mering heran, so Scherer: „Ich sehe nicht ein, weil Kissing viele Fehler gemacht hat, dass wir das ausbaden.“

Auch zweiter Bürgermeister Florian Mayer (CSU) sah für Mering nicht so große Vorteile wie für die anderen Gemeinden. Seiner Ansicht nach wäre der Marktgemeinde eher gedient, wenn es einen vernünftigen Ausbau der Strecke an die Autobahnanschlusstelle Odelzhausen gebe. Er schlug vor, das Thema in der Klausurtagung im Mai mit zu besprechen.

Die Abstimmung fiel deutlich aus. Nur neun Räte stimmten dafür, die Resolution zu unterzeichnen, 15 jedoch dagegen.

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