1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Europawahl: Das sind die Trends

Landkreis

27.05.2019

Europawahl: Das sind die Trends

Wenig Freude hatten SPD-Spitzenkandidatin Katharina Barley (links) und Parteichefin Andrea Nahles bei der Wahlnachlese. Die SPD schnitt auch im Landkreis Augsburg historisch schlecht ab.
Bild: Wolfgang Kumm

Die Grünen sind obenauf, die CSU hält sich, die SPD stürzt weiter ab. In welchen Orten im südlichen Landkreis es Extremwerte gibt.

Die Ergebnisse der Europawahl sind ausgezählt. Die Frage ist, welche Erkenntnisse sich aus den Zahlen ziehen lassen und wie sich die Stimmung der Wähler im Vergleich zur Europawahl 2014 und zur Landtagswahl (Zweitstimmen) entwickelt hat.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Als Wahlgewinner darf sich die CSU fühlen – obwohl sie mit 41,8 Prozent ihr Ergebnis von 2014 (44,9 Prozent) nicht erreicht hat. Doch Markus Ferber hat sein Mandat verteidigt, die Partei hat einen Sitz hinzugewonnen und sie stemmte sich erfolgreich gegen den Stimmeneinbruch, den die Schwesterpartei CSU zu verzeichnen hatte. Spitzenwerte erreichte die Partei in Scherstetten (57,4 Prozent) und Hiltenfingen (50,2), in Langenneufnach verlor die CSU mit 44,9 Prozent fast zehn Prozentpunkte im Vergleich zur Abstimmung 2014 (54,8).

Die SPD ist weiter in einem Abwärtsstrudel gefangen. 2014 hatten noch 16 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei den Sozialdemokraten gemacht, bei der Landtagswahl waren es 9,5 Prozent, jetzt entschieden sich nur noch 7,9 Prozent für die Partei. In Kleinaitingen und Scherstetten landete die SPD mit 3,4, beziehungsweise 3,3 Prozent hinter CSU, Grünen, AfD, Freien Wählern und ÖDP auf dem sechsten Platz. Selbst in der von einem SPD-Bürgermeister regierten Stadt Bobingen schafften es die Genossen nicht mehr über zehn Prozent (9,4).

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Grüne holen nur in Oberottmarshausen mehr als 20 Prozent

Die Grünen etablierten sich wie schon bei der Landtagswahl mit 17,8 Prozent als zweitstärkste Partei im Landkreis und schnitten im südlichen Bereich in Oberottmarshausen am Besten ab mit 20,3 Prozent. Weitere Ergebnisse jenseits der 20-Prozent-Marke holte die Partei aber nur noch im Landkreis-Norden: Hochburgen sind Neusäß, Stadtbergen, Diedorf und Bonstetten. In all diesen Gemeinden machte mehr als ein Fünftel der Wähler ihr Kreuz bei den Grünen.

Die zweite Partei mit Umweltschutz als Markenkern, die ÖDP, schnitt in den Stauden auffällig gut ab: 5,4 Prozent in Mittelneufnach, 4,9 in Langenneufnach und 4,8 Prozent in Scherstetten sind ein Wort für eine Partei, die bei den Landtagswahlen nur auf 1,2 Prozent der Zweitstimmen kam. In Großaitingen übersprang die Partei mit 5,3 Prozent ebenfalls die Fünf-Prozent-Hürde.

AfD bleibt hinter den Ergebnissen bei Europa- und Landtagswahl zurück

Um diese für Bundes- und Landtagswahlen magischen Grenze macht man sich bei der AfD derzeit wenig Sorgen. Mit 9,3 Prozent im Landkreis waren die Rechtspopulisten zwar drittstärkste Kraft, blieben allerdings hinter den Ergebnissen von 2014 (10,5 Prozent) und der Landtagswahl (11,1 Prozent) zurück. Dabei gab es im Vergleich zur Landtagswahl nirgends massive Einbrüche, sondern durchgehend einen leichten Rückgang. In Königsbrunn entschieden sich im Herbst noch 13,6 Prozent für die AfD, diesmal waren es 10,9 Prozent.

Zufrieden sein dürften die Freien Wähler, die mit 6,7 Prozent ihr Ergebnis von 2014 (5,5) übertrafen. Allerdings fehlte ein ordentliches Stück zu den starken 13,3 Prozent bei der Landtagswahl. Die Wähler scheinen die Vereinigung im politischen Geschehen außerhalb Bayerns noch skeptisch zu sehen. Im Landkreissüden erreichten die Freien Wähler nur in Oberottmarshausen (13,3 Prozent) einen zweistelligen Stimmanteil.

Die FDP rangierte mit 3,2 Prozent im Landkreis bei der Europawahl unter Ferner liefen. Bescherte Christian Toth als einheimischer Direktkandidat den Liberalen in Königsbrunn noch 5,3 Prozent der Zweitstimmen, waren es jetzt nur noch 3,4. Einzig in Wehringen reichte es für die Partei für vier Prozent der Stimmen (4,0).

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren