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Fußball

18.11.2019

Torflut in Langerringen und Fairplay in Anhausen

Lagerlechfelds Torhüter Mario Pachera (linkes Bild) ist ein Mann für besondere Momente. Wie am Sonntag, als er bei einem Rückpass von Gegner ausrutschte und so für einen schönen Fair-Play-Moment sorgte. Einen tollen Tag hatte auch Langerringens Bastian Renner (rechtes Bild), der fünf Tore in einer Partie erzielten.
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Lagerlechfelds Torhüter Mario Pachera (linkes Bild) ist ein Mann für besondere Momente. Wie am Sonntag, als er bei einem Rückpass von Gegner ausrutschte und so für einen schönen Fair-Play-Moment sorgte. Einen tollen Tag hatte auch Langerringens Bastian Renner (rechtes Bild), der fünf Tore in einer Partie erzielten.

Lagerlechfelds Fabian Lutz darf ohne Gegenwehr einnetzen. Langerringens Bastian Renner hatte wohl Gegenwehr, traf dafür gleich fünf Mal. Warum Schwabmünchens Führungstreffer was für einen Kultmoderator wäre

Landkreis „Fairplay gehört zum Fußball – sonst würde es auch nur halb soviel Spaß machen.“ So lautet zumindest der Slogan des Bayerischen Fußball-Verbandes. Auch wenn es in den vergangenen Wochen mit Angriffen auf Schiedsrichter ganz anders ausgesehen hatte. Maurice Strobel vom FV Illertissen, der bayerischen „Fair ist mehr“-Landessieger, war nun zur DFB-Fair Play-Gala nach Düsseldorf eingeladen. Der 23-Jährige hatte freiwillig auf einen Elfmeter verzichtet. Vielleicht folgt im im nächsten Jahr ja Kilian Kustermann vom SC Ichenhausen? Beim Stand von 0:0 war der nach einem Zweikampf im Strafraum des FC Gundelfingen zu Fall gekommen und Schiedsrichter Rico Spyra hatte auf Elfmeter entschieden. Da griff Kustermann ein und erklärte, dass er nicht durch ein Foul ins Straucheln gekommen war. Konsequenz: kein Strafstoß für den SCI, stattdessen Abstoß für den FCG, der am Ende mit 2:0 gewann. „Ganz großer Sport, ein Riesenkompliment an Kilian Kustermann“, urteilte etwa Gundelfingens Trainer Martin Weng.

Vielleicht bekommen aber auch seine ehemaligen Schützlinge vom SSV Anhausen diesen Fairplay-Preis? Im Waldstadion hatte sich im Kreisligaspiel gegen die SpVgg Lagerlechfeld eine kuriose Szene zugetragen. „Ein Anhauser Spieler lag am Boden, Lagerlechfeld hat den Ball ins aus gespielt und wir wollten ihn klassisch zurückspielen“, berichtet SSV-Spielertrainer Benedikt Schmid. Doch da ging einiges schief. Martin Wenni schlug den Ball in Richtung Gästestrafraum. An der Sechzehner-Linie hüpfte er auf, Lagerlechfelds Torhüter Mario Pachera rutschte aus und die Kugel landete über ihn hinweg zum 2:0 im Netz. „Vielleicht ist er die Platzgröße noch nicht so gewohnt“, mutmaßte SSV-Abteilungsleiter Günther Frank. Wenni hatte noch im vergangenen Jahr mit Schwaben Augsburg in der Bayernliga auf größeren Plätzen gespielt.

„Die Situation war mega unangenehm“, konstatierte Schmid. Zusammen mit dem Schiedsrichter sei man Richtung Anstoßpunkt gelaufen. „Wir haben eine flache Hierarchie im Team. Deshalb habe ich in die Runde gefragt, ob es für alle in Ordnung wäre, dass wir die Lagerlechfelder jetzt frei durchlaufen lassen“, so Schmid. Fairplay und anständiges sportliches Verhalten im Fußball sei schließlich im SSV Anhausen stets angesagt. Die Anhauser zögerten nicht eine Sekunde. Beim Anpfiff gingen alle Spieler zur Seite, so dass Fabian Lutz ungestört durchmarschieren und zum 2:1 einschieben konnte.

Torflut in Langerringen und Fairplay in Anhausen

„Auch für uns Zuschauer gab es gar keine Diskussion. So sollte es auch sein“, hätte Frank, der die Szene vom Fenster des Sportheims aus erlebte, seinen Kickern auch keinen Vorwurf gemacht, wenn Lagerlechfeld kurz danach der durchaus mögliche 2:2-Ausgleich gelungen wäre. Am Ende gewann der SSV Anhausen mit 3:1. „Lagerlechfeld hat sich hinterher erkenntlich gezeigt und sich mit Naturalien bedankt“, hatte Benedikt Schmid gut lachen.

Gut lachen dürfte auch Langerringens Bastian Renner nach der Kreisligapartie gegen Kriegshaber gehabt haben. Nicht nur, weil Renners Langerringer mit 10:0 gegen das Schlusslicht siegten. Wohl auch, weil er die Hälfte der Treffer selbst erzielte - darunter ein lupenreiner Hattrick innerhalb einer Viertelstunde. Nicht vergessen werden sollte auch, dass Renner zwei weitere Treffer vorbereitet hat. In der bisherigen Spielzeit war Renner so an mindestens 16 Langerringer Treffer beteiligt. Soviel Tore hat der TSV Kriegshaber in dieser Spielzeit auch erzielt.

Weniger Grund zum Lachen hingegen dürfte Thomas Reichlmayr am Wochenende gehabt haben. Der Torhüter des Bayernligisten Türkspor Augsburg darf den ersten Schwabmünchner Treffer im Bayernligaderby getrost auf seine Kappe nehmen. Auch wenn der Schuss von Fahad Barakzaie aus gut 17 Metern vielleicht verdeckt war, so kam er nicht wirklich stramm genau auf ihn zu. Doch Reichlmayr schaffte es nicht nur, mit den Händen daneben zu greifen, nein er machte dabei auch noch einen kurzen Moment die Beine auf, so dass der Ball „durch“ ihn hindurch den Weg ins Tor fand.

Reichlmayr schaffte es aber, seinem Fehler noch die Krone aufzusetzen. Als er den Ball aus dem Netz holt, beklagt er sich über dessen Luftdruck. Das selbe Spiel vollzog er dann bei einem neben dem Tor liegenden Ersatzball. Scheint, als wäre dem Ball just in dem moment, wo er zugreifen wollte, wohl die Luft entwichen. Aber Fehler passieren und Reichlmayr hielt im weiteren Verlauf stark. Trotz alledem könnte dieser Treffer perfekt für Fußball-Kultmoderator Anrdt Zeigler und sein „Kacktor des Monats“ sein.

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