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Zusmarshausen/Adelsried

15.11.2018

Anrainer machen weiter Druck für Tempolimit auf der Autobahn

Für die A8 zwischen Neusäß und Ulm wird es nach aktuellem Stand keine Telematik geben. Das sorgt für Kritik. Politiker aus dem Landkreis wollen jetzt mit dem neuen bayerischen Verkehrsminister Hans Reichhart Kontakt aufnehmen. 
Bild: Marcus Merk

Plus Bund schiebt Telematik-Anlagen auf die lange Bank. Jetzt soll ein neuer Politiker in München helfen

Auf der A 8 zwischen Neusäß und Ulm wird es wohl keine Telematik geben: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer teilte jetzt mit, dass konkrete Projektplanungen nur für den Abschnitt München Augsburg begonnen werden. Das heißt: Im Landkreis-Westen und im Nachbarlandkreis Günzburg gibt es keine dynamischen Verkehrszeichen, die für mehr Sicherheit auf der ausgebauten Autobahn sorgen könnten. Stefan Vogg, der Dritte Bürgermeister von Zusmarshausen, ist über die Nachricht enttäuscht. Seit Jahren kämpft er für ein Tempolimit, das für seine Heimatgemeinde Streitheim auch mehr Lärmschutz bedeuten könnte. „Aufgeben werde ich jetzt aber nicht“, sagte Vogg gestern. Noch am Abend formulierte er einen Brief – der Adressat dürfte das A 8-Thema sehr gut kennen.

Hans Reichhart, der neue Bayerische Bau- und Verkehrsminister, wuchs in Jettingen-Scheppach auf. Dort ist sein Vater Bürgermeister. Dass es mit der Telematik von Neusäß nach Ulm nichts wird, „kann doch nicht in seinem Sinn sein“, sagte Stefan Vogg. Mit dem neuen Minister Kontakt aufnehmen wird auch der Kreisvorsitzende der Jungen Union, Ludwig Lenzgeiger. Der Adelsrieder sagt: „Wir freuen uns zwar für die Gemeinde, die künftig eine Telematik haben.“ Aber das könne nur ein erster Schritt sein. Lenzgeiger verspricht: „Wir werden nicht locker lassen.“ Über die Junge Union und den Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz werde er auf Reichhart zugehen und „hoffentlich konstruktive Gespräche führen“, auch wenn klar ist: Die Autobahn ist eine Bundesangelegenheit.

Durz will die Telematik von Neusäß bis Ulm

Auch der Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein aus dem Landkreis Günzburg will auf Reichhart zugehen. Er hält es für falsch, dass die Telematik nur auf die Strecke zwischen Neusäß und München beschränkt wird. „Ich kann keinen Sinn darin erkennen, auch wegen der Lärmschutzproblematik.“ Nüßlein hatte sich wie seine Bundestagskollegen Hansjörg Durz, Ulrich Lange und Volker Ullrich für die Telematik zwischen München und Ulm stark gemacht. Durz sieht die schnelle Umsetzung der modernen Technik auf der Strecke zwischen Dachau und Neusäß zwar als Erfolg. Doch damit soll es nicht genug sein: Der Neusässer will die Telematik auch im Westen bis nach Ulm.

Zusmarshausens Bürgermeister Bernhard Uhl hofft, dass Durz es dabei nicht nur bei einem Wunsch belässt. Er stehe bereits in Kontakt mit dem Bundestagsabgeordneten und baut darauf, dass sich Durz weiterhin für die Telematik einsetzt. „Das ist ein wichtiger Schritt für Verkehrssicherheit und Lärmschutz“, sagte Uhl. Das sieht Erna Stegherr-Haußmann, Bürgermeisterin in Adelsried, etwas anders. Sinnvoller und auch leichter umzusetzen sei ein generelles Tempolimit auf allen Autobahnen im Bundesgebiet. „Mehr als Tempo 130 muss nicht sein.“

Mehrheit spricht sich für ein striktes Tempolimit aus

Damit gehört sie zur Mehrheit, die sich jüngst bei einer Umfrage unserer Zeitung für ein striktes Tempolimit aussprach. Mehr als 1600 Leser hatten sich beteiligt. Doch so einfach lässt sich ein Tempolimit nicht umsetzen. Für eine Geschwindigkeitsbeschränkung oder ein Überholverbot auf der A8 im Augsburger Land müsste eine konkrete Gefahrenstelle vorliegen. Und die muss die Unfallkommission erkennen, die aus Mitgliedern der Polizei, der Verkehrsbehörde und des Baulastträgers besteht. Von einem generellen Tempolimit auf deutschen Autobahnen sieht die Bundesregierung ab.

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