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Nahverkehr

15.10.2018

Fahren wieder Züge zwischen Türkheim und Ettringen?

Fast in einem „Dornröschenschlaf“ befindet sich der Ettringer Bahnhof – er könnte aber bald „wachgeküsst“ werden, wenn es nach dem Willen der Landkreispolitik und der Staudenbahn geht. Wenn alles klappt, könnten ab 2022 wieder Züge zwischen Türkheim und Ettringen fahren.
Bild: Reinhard Stegen

Der Landkreis würde die Strecke gerne reaktivieren. Ob es dazu kommt, hängt aber auch von einem Gutachten ab. Auch eine Haltestelle beim Gymnasium ist geplant.

Hubert Teichmann, Geschäftsführer der Staudenbahn, glaubt fest daran: Irgendwann werden zwischen Ettringen und Markt Wald wieder Züge fahren. Immerhin hat es das kleine Unternehmen nach rund 20-jährigem Kampf auch geschafft, die Strecke zwischen Langenneufnach und Gessertshausen zu reaktivieren: Ab Dezember 2022 sollen dort wieder Personenzüge verkehren und die Passagiere überwiegend sogar ohne Umstieg zum Augsburger Hauptbahnhof bringen.

Im vergangenen Jahr hat die Staudenbahn nun wie berichtet schon einmal die Strecke zwischen Türkheim und Ettringen freischneiden lassen, um den Zustand zu prüfen. Ergebnis: Die Strecke ist befahrbar. In der jüngsten Kreistagssitzung schlug Teichmann den Räten deshalb einen Probebetrieb vor: Die Staudenbahn könnte an sieben Tagen die Woche mit bereits vorhandenen Zügen zwischen Türkheim Bahnhof und Ettringen verkehren und die Anschlüsse nach München, Memmingen und Bad Wörishofen sicherstellen. (Lesen Sie auch: Was sich in den nächsten Jahren im Bahnverkehr im Unterallgäu tut )

Zudem ist er überzeugt, dass der Landkreis von der Reaktivierung der Bahnstrecke auch finanziell profitieren würde: Weil der Bahnverkehr Aufgabe des Landes sei, komme zusätzliches Geld vom Freistaat in die Region. Mit den Mitteln, die dadurch beim Landkreis frei werden, könne dieser den ÖPNV allgemein verbessern und so die Region aufwerten.

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Ziel des Probebetriebs wäre laut Teichmann „ohne jahrzehntelange Diskussion“ nachzuweisen, dass genügend Fahrgäste die Strecke nutzen, um so eine Regelbestellung durch den Freistaat Bayern zu erreichen. Florian Liese, Leiter der Planungsabteilung bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, riet davon jedoch ab. Aus Sicht des Freistaats habe sich der Probebetrieb zur Ermittlung der Fahrgastzahlen nicht bewährt.

Da der Schulbus während dieser Zeit weiterhin fahre wie bisher – was sich nach einer Reaktivierung der Strecke voraussichtlich ändern würde – sei es beispielsweise schwierig zu ermitteln, wie viele Schüler den Zug tatsächlich nutzen. Er empfahl dem Landkreis stattdessen, ein Potenzialgutachten in Auftrag zu geben und außerdem einen entsprechenden Beschluss zu fassen. Zuvor hatte Landrat Hans-Joachim Weirather bereits bekräftigt, dass sich nicht die Frage stelle, ob die Staudenbahn zwischen Türkheim und Ettringen nach mehr als 30 Jahren reaktiviert werde, sondern lediglich wie dies geschehe.

Letztlich verständigten sich die Kreisräte darauf, sich in ihrer nächsten Sitzung näher mit dem Thema zu befassen und die erforderlichen Schritte in die Wege zu leiten. Sollten sich die Räte dafür entscheiden, ein Gutachten in Auftrag zu geben, sollte dieses laut Florian Liese in wenigen Monaten fertig sein.

Wie Landrat Weirather auf Nachfrage von Roswitha Siegert (CSU) bestätigte, wäre auch eine Haltestelle am Joseph-Bernhart-Gymnasium „Teil des Plans“.

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