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Gersthofen

27.01.2021

Die Kläranlage in Hirblingen wird 2021 erweitert

An der Kläranlage Hirblingen wurde bereits eine neue Schlammentwässerungsanlage errichtet. Doch die Modernisierungsarbeiten sind damit nicht vorbei.
Foto: Marcus Merk (Archivfoto)

Plus Geld vom Staat gibt's für die Kläranlage des Abwasserzweckverbands Schmuttertal in Hirblingen. Wer davon besonders profitiert.

Mitglieder des Abwasserzweckverbandes Schmuttertal (AZS) sind die Gemeinden Aystetten, Diedorf, Gessertshausen und Neusäß mit ihrem gesamten Stadtgebiet sowie Gablingen mit dem Ortsteil Holzhausen, Gersthofen mit den Stadtteilen Batzenhofen, Edenbergen, Hirblingen und Rettenbergen sowie Stadtbergen mit dem Stadtteil Deuringen. Die Verbandskläranlage befindet sich in Hirblingen.

Da Kläranlagen das geklärte Wasser durch Einleitung in fließende Gewässer wieder in den Wasserkreislauf rückführen, benötigen sie eine wasserrechtliche Genehmigung der Unteren Wasserbehörde, die alle 20 Jahre neu beantragt werden muss. So kann gewährleistet werden, dass Kläranlagen technisch stets auf dem aktuellen Stand sind und Grenzwerte eingehalten werden. Für die Kläranlage in Hirblingen lief zum Ende des Jahres 2020 die wasserrechtliche Genehmigung aus, weshalb der Abwasserzweckverband Schmuttertal im vergangenen Jahr einen neuen Antrag für eine wasserrechtliche Genehmigung gestellt hat.

Erweiterung der Kläranlage in Hirblingen: Genehmigung steht aus

Wegen der Frist zur Abgabe von Stellungnahmen (28. Dezember 2020) konnte der endgültige Bescheid mit einer Laufzeit von 20 Jahren noch nicht erteilt werden, berichtet der Verbandsvorsitzende und Neusässer Bürgermeister Richard Greiner. Der AZS rechnet allerdings mit einem baldigen Zugang der wasserrechtlichen Genehmigung bis ins Jahr 2041.

2021 sind zwei große Projekte für die Modernisierung und Erweiterung der Kläranlage geplant. Zum einen wird die Belüftungsanlage der Belebungsbecken komplett erneuert, und zum anderen beginnen die Planungsarbeiten zum Bau eines dritten Nachklärbeckens.

Neue Belüftungsanlage in Hirblingen

Für die Erneuerung der Belüftungsanlage für die Belebungsbecken erhielt der Abwasserzweckverband Schmuttertal einen Förderbescheid des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit über rund 150.000 Euro. Dies entspricht Greiner zufolge 30 Prozent der Gesamtsumme. Der Bewilligungszeitraum startet am 1. April. "Somit erscheint es möglich, jetzt die Ausschreibungen zeitnah auf den Weg zu bringen und diese Maßnahme weitgehend in diesem Jahr umzusetzen."

Um die geplante Erweiterung der Kläranlage von 50.000 auf 75.000 Einwohnergleichwerte umzusetzen, ist der Bau eines dritten Nachklärbeckens nötig. Dies ist auch eine der Auflagen der Unteren Wasserbehörde für die Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigung. Hierfür wurden rund 3,5 Millionen Euro Investitionssumme in den Haushalt aufgenommen. Für das Jahr 2021 sind Planung, Ausschreibung und Vergabe des Neubaus geplant. Ab dem Jahr 2022 werde dann voraussichtlich mit dem Bau des Nachklärbeckens begonnen, so Richard Greiner weiter.

Dieses Projekt ist im Gersthofer Industriepark geplant

Ein weiteres Bauvorhaben zum Abwasser ist in Gersthofen geplant: Im Industriepark soll eine Klärschlammverbrennungsanlage von der dortigen MVV Energie AG gebaut werden. Bei der Verbrennung in Gersthofen soll Phosphat zurückgewonnen werden. Wenn alles klappt, soll die neue Anlage Anfang 2023 in Betrieb gehen. Mehr als 30 Millionen Euro will der Mannheimer Energieversorger MVV Energie investieren.

Die in Kläranlagen anfallenden Klärschlämme werden bisher entweder von Landwirten als Dünger auf den Feldern ausgebracht oder in Kohlekraftwerken mitverbrannt. Wie Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle bereits früher gegenüber unserer Redaktion erklärte, wird der Klärschlamm der Stadt sowie einiger anderer Gemeinden im Landkreis Augsburg zurzeit ins Allgäu transportiert. Der Einsatz in der Landwirtschaft wird durch die im Jahr 2018 novellierte Klärschlammverordnung stark eingeschränkt, und auch die thermische Verwertung in Kohlekraftwerken ist durch den geplanten Kohleausstieg nur noch befristet möglich. Hinzu kommt, dass mittlere und große Kläranlagen ab 2029 verpflichtet seien, den Phosphor-Anteil im Klärschlamm zu recyceln, betont Industriepark-Sprecherin Ingrid Knöpfle.

Den Verbrennungsanlagenbetrieb soll die MVV Industriepark Gersthofen übernehmen.

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