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BKH-Ärzte: El Masri ist ungefährlich

12.09.2009 05:05 Uhr

Neu-Ulm/Günzburg (rost) - Das ist erstaunlich: Vor nicht mal ganz vier Wochen haben Ärzte des Bezirkskrankenhauses in Günzburg Khaled El Masri bestätigt, dass von ihm keine Gefährdung ausgehe. Nun hat er bei einem brutalen Angriff Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg verletzt.

Das hat gestern nicht nur unter Polizisten die Frage aufgeworfen, ob der Angriff hätte verhindert werden können, wenn der 46 Jahre alte Deutsch-Libanese weiterhin in der geschlossenen Abteilung des BKH festgesetzt worden wäre. „Die Freilassung war unverantwortlich“, kritisierte ein Beamter.

Geheimagenten gewittert

Am 25. August war El Masri eingewiesen worden, nachdem er Mitarbeiter einer Firma mit dem Tod bedroht hatte. Die Handwerker hatten eines seiner Kinder angesprochen und eine harmlose Frage gestellt.

El Masri jedoch witterte nach Informationen aus sicherer Quelle hinter den beiden Männern amerikanische Geheimagenten. Deshalb verlangte er vom Chef der beiden ultimativ die Herausgabe der Namen der beiden Gestalten und drohte, andernfalls würden sie die „Blässe des Lebens“ kennenlernen. Staatsschützer fanden schnell heraus, was dies bedeutet: Im arabischen Sprachgebrauch stellt dies eine klare Todesdrohung dar. In seinen Vernehmungen bestätigte El Masri nach Informationen aus Polizeikreisen diese Vermutungen.

Daraufhin wurde er am 25. August ins Bezirkskrankenhaus nach Günzburg gebracht, aber nach einer psychiatrischen Untersuchung anderntags wieder entlassen, weil die Mediziner bei ihm offenbar keine Anzeichen für eine psychische Erkrankung finden konnten. In ihrer Expertise haben die Psychiater auch erklärt, dass von El Masri keine Gefährdung ausgehe und er entlassen werden könne. Dies hat sich nun offenkundig als falsch herausgestellt.

Auch strafrechtlich blieb El Masri wegen der Todesdrohung unbehelligt. Die Staatsanwaltschaft in Neu-Ulm sah keinen Grund für ein weiteres Ermittlungsverfahren, da sich El Masri strafrechtlich nicht schuldig gemacht habe.

Fragen aufgeworfen

Nach dem tätlichen Angriff auf den Neu-Ulmer Oberbürgermeister müssten sich nun Staatsanwaltschaft und Mediziner am Bezirkskrankenhaus kritische Fragen gefallen lassen, verlautete weiter aus Kreisen der Polizei. Dies auch deshalb, weil der bullige Deutsch-Libanese schon mehrfach Menschen angegriffen habe. Unter anderem hat er schon einen Mitarbeiter der DEKRA krankenhausreif geschlagen.



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